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Schöne graphische Blätter

Meine ersten Versuche von den Bergen der Welt in bisher unbekannter Auflösung

Die Bilder sind nicht unbedingt ganz klein, man rechne u. U. mit etwas Ladezeit.

Hindukusch und Karakorum

(210 KByte)

3. Juli 2004: Im Rahmen der Expedition Nanga Parbat 2004 des Alpinclubs Sachsen erreichten am 01. Juli 2004 Günter Jung, Jörg Stingl und Christian und Markus Walter um 22 Uhr den Gipfel. Beim Abstieg stürzte Günter Jung ab und wird seit dem vermisst.

Klar, dass es dort immer wieder Menschen hinzieht, dorthin, wo sich die beiden Urkontinente Gondwana und Laurasia ineinanderverkeilen.

Vollklimatisiert: Am Computerbildschirm im Büro ... ein kleines Space Shuttle, beflog vom 11. und 22. Februar 2000 mit einem Radarscanner auch Hindukusch und Karakorum. Anschliessend haben sie ein wenig gerechnet, die Jungs um Farr und Kobrick in Sioux Falls, South Dakota. Und so sehen sie nun aus, die höchsten Gebirgsketten unserer Mutter Erde.

In die weiße Hölle: Am Piz Palü ... Lager 1 4900 m. Lager 4 in 7100 m Höhe. Am 3. Juli 1953 war Hermann Buhl der erste gewesen, der es bis ganz oben hinauf geschafft hat. - 1962 Löw, Mannhardt, Kinshofer, der Namenspatron der heute meistbegangenen Route. - 1970 Die beiden Messner-Brüder. - 11.07.1971 5. Begehung durch die Tschechen Michal Ovolin und Ivan Filal. - 11.08.1976 Hanns Schell, Robert Schauer, Siegfried Gimpel und Hilmar Sturm.

Ein kleiner weißer Punkt dort ... in Höhenmodell und Satellitenbild: ein Gipfel, auf dem zu stehen bisher lediglich etwa 200 Menschen die Gnade fanden. Und es gibt da auch die etwa 70 einsamen weißen kalten Gräber. Mummery, Willo Welzenbach. Willy Merkl. Pinzo. Tashi. Dorje. Dakshi, Gay-Lay, Karl Wien ... und nun auch das von Günter Jung.

Hermann Buhl liegt ein Stück weiter. An der Chogolisa. 7668 m. Bisher achtmal erstiegen.

Ausführlicher Gipfelbericht I
Ausführlicher Gipfelbericht II
Ausführlicher Gipfelbericht III
Ausführlicher Gipfelbericht IV

07.07.2004 Eine Postkarte im Briefkarten mit einer pakistanischen Briefmarke drauf.


Yellowstone

(505 KByte)

Anlass, eine Reliefdarstellung des Yellowstone National Parks zu generieren, waren mir die schönen Reliefdarstellungen von Tom Patterson, U. S. National Park Service, die ich über www.reliefshading.com entdeckte.

Dem Formenschatz des Yellowstone war letzendlich am Besten ein klassischer Peucker gewachsen. 100-m-Farbhöhenschichten von zwo zwo bis drei fünf. 100-m- und kräftigere 500-m-Höhenlinien. Eine leichte Schummer-Unterstützung: Kein Schräglicht, eine Kombinationsschummerung. Langweilig? Und doch ein wenig Experiment: Automatisch gesetzte 100-Meter-Höhenlinienzahlen, noch etwas zittriger Stand, handwerklich solider typographischer Satz in der alten Top.-Dienst-Schrift K60 Grotesk.

Kartengebiet etwa 111 x 78 km, 60 x 45-Meter-Pixel


Nördlich des Ojos del Salado

(270 KByte)

Da musst Du auch mal hin, war mein erster Gedanke, als anlässlich der Emeritierung von Frau Prof. Wilfert am Dresdner Institut für Kartographie Frau Prof. Kretschmer (alte) und Prof. Buchroithner (neueste) Andenkartierungen vorstellten.

Die Farbschummerung ist hier eine interessante, aber falsche Antwort auf eine nicht gestellte Frage. Ein klassisches Problem unserer Nordhalbkugel-Schummerungen ist, dass die fast obligatorische NW-Beleuchtung unsere kalten Nordhänge beleuchtet und die sonnigen Südhänge im Schatten lässt. Die bekannt finstere, 1700 m hohe Eiger-Nordwand, die ausser sommerabends nie ein Lichtstrahl trifft (Leonhard Brandstätter) finden wir deshalb in unseren Karten immer in bestem Licht. Ein kaltblaues Nordlicht und eine Abendsonne aus Westen können hier mildern. Der Nordhang bleibt zwar hell, aber der „Gletschereiston“ assoziiert Kälte. Südwände erstrahlen hingegen im warmem Sonnenuntergangston.

Es ist eine falsche Antwort: Wir befinden uns südlich vom Äquator. Mittagssonne im Norden. Nichtdestoweniger ein faszinierendes Blatt. Das andere Dach der Welt. Völlig andere Formen als im Alpinen. Riesige Hochebenen und darüber: Alles, was an Vulkanformen denkbar ist. Längst abgetragene Kraterreste, versunkene Calderen, Spuren riesiger Ausbrüche und Explosionen, junge wohlgeformte hohe Kegel. Im Westen des Blattes: Riesige Erosionsrinnen. Denn irgendwo muss sie ja bleiben, die auf einer 4000-Meter-Hochfläche so herumliegende potentielle Energie. Gewaltige Schuttströme bahnen sich ihren Weg wieder dorthin, wo sie herkamen. Zurück zur pazifischen Platte. Um vielleicht in 100 Millionen Jahren erneut durch einen Vulkan emporgehoben zu werden. Der Ojos del Salado wird das dann aber nicht mehr sein.

Kartengebiet etwa 333 x 222 km, 1 Pixel = ca. 170 x 170 m


(270 KByte)

Gebirge, die nicht ganz so bekannt sind: Andreas Pflügler von trekkingforum.com hat mich auf den Lycian Way aufmerksam gemacht.

Diese Reliefdarstellung wurde auf einer Kombinationsschummerung „aufgebaut“. Die Flachbereiche verbieten eine ebenentonerzeugende Schräglichtschattierung. Also: Lichthänge hell, Schattenhänge stark schattieren. Die (brandstättersche) Einrede der unnatürlich hellen Nordhänge einerseits mit kaltem Blaulicht mildern, anderseits etwas Rouge auf die Südexpositionen. Die Höhengliederung habe ich versucht mit dezenter Einmischung eines feinen stufenlosen „Peuckerbraunes“ anzudeuten. So erhalten die Binnenhochflächen ein wenig „Höhe“ und die Durchsbruchsklammen in dem ansonsten recht trockenen Gebiet Interpretierbarkeit: Hier fliesst Wasser nach unten.

Weder alpine Falten noch Mittelgebirgshügel. Ein arachaisch anmutendes Relief mit deutlichen Bearbeitungsspuren uralter Naturkräfte.


Das Saxothuringicum


(je etwa 150 KByte)

Stimmt der Yellowstone, stimmt das Blatt Nördlich des Ojos del Salado? Es stimmt alles.

Alles was wir auf unseren einheimischen Karten bisher oft nur erahnt haben, ist auf SRTM drauf. 100-Meter-Höhenschichten mit einer ergänzenden Kombinationsschummerung.

Das das Erzgebirge teilende Flöhatal. Das gegenüber dem Isergebirge viel eigenständigere Jeschkengebirge. Der Elbtaldurchbruch durch die Sudeten. Ganz klar herausragend: Das höchste der mitteleuropäischen Mittelgebirge: Das Riesengebirge. Im Vogtland überraschen einige geologische Störungen. Wie können ahnen, warum hier die Erde öfter bebt: Sie ist hier dünner.

Morphologie, die so noch nie ein Topograph in ein Messtischblatt aufnahm: Tagebaugruben. Südlich Leipzig, in der Niederlausitz. Eine sehr große Grube (es ist nicht Olbersdorf) im Südwestzipfel von Polen. Der tiefste Punkt Tschechiens ist nicht der Elbspiegel bei Hrensko, 117,6 m, sondern die Tagebausohle der großen Grube östlich Bílina: 47 Meter. Ganz schön tief reingebuddelt.

Kartengebiet etwa 160 x 140 km, 1 Pixel = ca. 180 x 180 m


Die Reliefdarstellungen wurden mit Daten der Shuttle Radar Topography Mission erzeugt. Südamerika und das Saxothuringicum entstand mit 3-Arcsec-Daten, Yellowstone mit 1-Arcsec-Daten.

Es handelt sich auschliesslich um filterbasierte analytische Generierungen mit meinem Programm Vimage 4.1

Ich bedanke mich bei Bernhard Jenny, Zürich für die Seite www.reliefshading.com, bei Jörg Heblinski, Oberpfaffenhofen für den Hinweis auf die SRTM-Daten und beim U. S. G. S. für die Daten, die man herunterladen kann.


SRTM-Download-Adressen

Die Server-URL wechseln gelegentlich ...

http://edcsgs9.cr.usgs.gov/pub/data/srtm/ (Link veraltet)

ftp://e0dps01u.ecs.nasa.gov/srtm/ (Auch veraltet)

Link vom 03.04.2005:

ftp://e0mss21u.ecs.nasa.gov/srtm/ (Klappt nur selten)

Ab 14.10.2005 gibt es wieder einen neuen Link, jetzt mit einer Version 2, bei der u. A. die Meerflächen sauber ausgeblendet wurden:

ftp://e0srp01u.ecs.nasa.gov/srtm/version2/ (Prüfung 13.03.2006 ok, 15.07.2006: ok)

Man kann die Daten auch per Internet auf DVD beim USGS bestellen. Die ganze Welt gibt es in 13 DVD, Preis pro Stück 60 Dollar.

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