Der vierte Angermannbrief

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Der Brief des Marco Angermann aus Stadt Wehlen vom 10.08.2026

Anlass für den vierten Angermannbrief ist das Umwetter, das am 31.07.2026 Teile des Rathener Gebietes, Amselsee und Felsenbühne, sowie des Polenztales verwüstet hat.

 

Textanfang

1 Liebe Freunde des Elbsandsteingebirges Sächsische Schweiz,
Sehr geehrte Mitglieder des Tourismusverbandes,
Sehr geehrte Gastgeber und Gastwirte,
Sehr geehrte Bürgermeister,
Liebe Unterstützer,

2 das Unwetter von Rathen ist noch gar nicht so lange her, da feiern sich die Nationalpark- und Forstverwaltung sowie ihre politischen Vorgesetzten für die Öffnung des Basteiweges – der elbnahe Aufstieg von Rathen zur Bastei. Gleichzeitig wird die Presse genutzt, um das Bild von der Region und der Arbeit der Gebietsverwaltung schön aussehen zu lassen, was natürlich grundsätzlich zu begrüßen ist, wenn man auf die Unternehmer und Unternehmerinnen blickt, die im Rathener Gebiet vom Tourismus leben und von den Schäden und damit verbunden Wegsperrungen stark betroffen waren und zum Teil nach wie vor sind. Zudem ist der Tod eines Menschen zu betrauern, der 〈von〉 dem kurzen, aber sehr heftigen Unwetter von Baumteilen erschlagen wurde. Zum Glück ist an dem frühen Freitagabend nicht noch mehr passiert und ich hoffe, die Schäden werden schnellstmöglich relativiert – womit ich auch den vermeintlichen Imageschaden für die Region meine.

3 Denn die Sächsische Schweiz sind zwar nicht Rathen und die Bastei bzw. die Bastei und Rathen sind nicht die Sächsische Schweiz, aber auf Grund der fokussierten Pressemitteilungen entstand bei manchen der Eindruck – auch ich habe Anfragen bekommen, ob meine Touren, die eigentlich weit weg von Rathen stattfinden, durchführbar sind. Und weil meine Touren im Regelfall eben weit weg von Rathen stattfinden (auch wenn ich Führungen in dem Bereich habe), habe ich einen etwas anderen Blick auf die Region und aktuelle Situation. Dazu habe ich einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und das, was da gerade nach wie vor um und im sogenannten Nationalpark läuft, steht dem absolut entgegen, weswegen ich mich auch wieder gezwungen sehe, mich an Sie bzw. Euch zu wenden…

4 Wieder nur Glück gehabt

Wir haben in der Region wieder einmal nur Glück gehabt, auch wenn es ein großes Unglück war. Aber es hätte viel schlimmer kommen können und es kann auch noch viel schlimmer kommen. Im Oktober 2024 hatte ich bereits einen Beitrag mit dem Titel „Glück gehabt“, in welchem ich die Aussagen, dass alle Wege im sogenannten Nationalpark „frei“ sind, des SBB (Sächsischen Bergsteigerbundes) und der Nationalparkverwaltung relativiert. Denn am 3. Oktober (Nationalfeiertag) gab es eine heftige Gewitterfront, die zum frühen Abend über unsere Region gezogen ist und dabei die Eulentilke vollkommen „zugehauen“ hat – was exemplarisch dafür stand und steht, dass frei nur sicher ist.

5 Das heißt, in der Eulentilke und in anderen Schluchten standen damals und stehen zu großen Teilen noch heute massenhaft tote Fichten, die gefühlt „nur nachts“ vereinzelt auf die Wege fallen. Dann werden diese Wege „freigeschnitten„, was aber nur so viel heißt, dass man diese Wege ohne Hindernisse passieren kann. Im Fall der Eulentilke schaffte es mein Beitrag bis in die Presse und diese wurde darauf nicht nur als „unpassierbar“ definiert, was ich bereits vorher schon mehrfach gegenüber der Gebietsverwaltung angeregt hatte, sondern in dieser wurden im Frühjahr darauf sogar nahezu alle toten Fichten gefällt und „zu Seite“ gelegt – was eine sinnvolle, wenn auch bezüglich des Brandschutzes als kritisch zu betrachtende Maßnahme gewertet werden kann. Der Besucherschutz war damit weitestgehend gegeben.

6 Wer aber die Zeit danach regelmäßig durch die Eulentilke gewandert ist, wird festgestellt haben, dass die Maßnahme zum Schutz der Besucher nicht vollends vollzogen wurde – oberhalb der Eulentilke standen und stehen noch eine Vielzahl von toten Fichten, welche dann über die Monate teilweise in die Schlucht und sogar auf den Weg gefallen sind.

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Bild 1: Unterer Teil Eulentilke 28.03.2025

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Angermannbrief 4 Bild 2
Bild 2: Oberer Teil Eulentilke 17.04.2025 (Collage)

9 Offensichtlich ist dieser „Umstand“ um die Eulentilke der Nationalpark- und Forstverwaltung erst in diesem Frühjahr aufgefallen, denn seit diesem Frühjahr ist die Eulentilke wieder als unpassierbar definiert, obwohl die Situation keine andere als das ganze Jahr zuvor ist!! Das heißt mit Blick auf die Eulentilke und das wir am 03.10.2024 nur Glück hatten, dass die Gewitterfront erst zum frühen Abend über unsere Region gezogen ist – es dadurch dort keine Schwerverletzten oder gar Toten gegeben hat, die durch diese als eine sehr hoch frequentierte Wanderroute zwischen Wilder Hölle und Carolafelsen gewandert sind:

10 Die Nationalpark- und Forstverwaltung hat nichts dazugelernt und macht mit ihrer unsinnigen Verhinderungsstrategie munter und heiter weiter!

11 Als weitere eklatante Beispiele möchte ich hier noch die Wilde Hölle, die Spitzsteinschlüchte, Buchschlüchte, Richterschlüchte und Hickelschlüchte aufführen, wobei ich letztere seit der angekündigten „Sicherungsmaßnahmen“ in diesem Frühjahr nicht wieder bewandert habe. Doch bezüglich der vor allem Wilden Hölle, die eine sehr beliebte und hoch frequentierte Schlucht ist, habe ich die Gebietsverwaltung schon seit Jahren darauf hingewiesen, dass in dieser sehr viele tote Bäume stehen, die die dort wandernden Besucher – vor allem viele Familien mit Kindern – erheblich gefährden. Zu Beginn waren die Bäume dort noch stabil und hätten sicher gefällt werden können. Mittlerweile haben alle erheblichen Pilzbefall und sind hochgradig umsturzgefährdet. Trotzdem ist der Weg ohne Einschränkungen begehbar und die folgenden offensichtlichen Dinge werden ignoriert:

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Angermannbrief 4 Bild 3

13 Noch krasser ist die folgende Gegenüberstellung eines seit Oktober 2025 querliegenden Baumes über der Schlucht, der erst Ende Mai runtergekommen ist und wo man ebenfalls nur von Glück sprechen kann, dass an dem Tag keiner an der Stelle war:

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15 Man kann daraus sachlich konstatieren, dass die Nationalpark- und Forstverwaltung trotz erheblicher finanzieller Mittel und einer großen Anzahl von Rangern sowie einer noch größeren Anzahl von Freiwilligen, die angeblich das Gebiet regelmäßig kontrollieren, die Entwicklungen in dem Gebiet nicht unter Kontrolle hat. Jetzt könnte man meinen, dass sie das auch nicht haben muss, weil es sich ja um einen Nationalpark mit dem Konzept „Natur Natur sein lassen“ handelt. Doch wir in einer Region, welche vom Tourismus lebt, müssen uns fragen, ob das dann wirklich so richtig ist?!? Und die Menschen, die mit guten Absichten zu uns zu Besuch kommen, wollen sich ganz sicher nicht solchen absehbaren Gefahren ausgesetzt sehen – sie wollen den Menschen aus der Region, die sie einladen, und den Fachleuten, die hier arbeiten und das Gebiet „verwalten“, vertrauen können, dass diese sie in keine Gefahr begeben lassen, welche man absehen und zu großen Teilen vermeiden kann!

16 „Ich als Elbsandsteinführer und die Mitarbeiter meiner kleinen Agentur Elbsandsteinguides meiden aus diesem Grund bewusst diese Bereiche im Rahmen unserer Führungen bzw. versuchen diese bestmöglich zu umgehen, da wir uns auskennen und die potenziellen Gefahren weitestgehend einschätzen können. Viele andere Tourenanbieter aus der Region machen bzw. können das offensichtlich nicht und gehen sogar mit Schulklassen völlig unbedarft durch diese Schluchten und somit unter toten Bäumen hindurch.“

17 Abschließend habe ich hier noch zwei aktuelle Videodokumentationen vom Weg von der Neumannmühle aus dem Kirnitzschtal durch die Spitzsteinschlüchte und Buchsschlüchte auf den Winterstein – das Hintere Raubschloss –, die man sich unbedingt anschauen sollte:

18 (Quelle Link Video Spitzsteinschlüchte vom 08.08.2026: https://youtu.be/An_GLOTo8_E [1])

19 (Quelle Link Video Buchschlüchte vom 08.08.2026: https://youtu.be/RBl87i7JHrE [2])

20 Doch was sollen wir nun dagegen tun? Wer entscheidet über das Gebiet in unserer Region? Und wie hängt das Ganze mit dem aktuellen Unwetter bei der Bastei zusammen?

21 Nationalpark-Propaganda

Was mich in den letzten Tagen neben der Tragik um das Basteigebiet mit am meisten bewegt hat, waren die Pressemeldungen – womit ich nicht die über das Ereignis und dessen Folgen für Rathen meine. Sondern es sind zwei ganz entscheidende, die aber ganz unterschiedliche Reichweiten haben. Die erste hat den Titel: „Unwetter in Rathen: Der Borkenkäferbefall hat bei dem Sturm keine Rolle gespielt“ [3] – sie behandelt den Hintergrund, dass in Rathen vor allem vitale grüne Bäume umgeknickt wurden und in dem Gebiet tote Fichten keine Rolle gespielt haben. Konkret führt Hanspeter Mayr, der scheidende Pressesprecher der Nationalpark- und Forstverwaltung †...† aus:

22 „Der Borkenkäferbefall hat bei dem Sturm keine Rolle gespielt.“

23 Diese Aussage ist faktisch falsch oder mindestens stark „verkürzt“, denn ein zweiter Presseartikel zu dem Thema lautet wie folgt: „Schindergraben in Hohnstein nach Unwetter gesperrt – Malerweg wird umgeleitet“ [4] – was so viel heißt wie, dass der Sturm nicht nur Auswirkungen auf das Basteigebiet hatte, sondern auch darüber hinaus auf das Polenztal und eben den Schindergraben sowie weitere Wege in dem Gebiet. Dazu gibt es folgende eindrucksvolle Bilder vom 06.08.2026, die ganz klar erkennen lassen, dass es sicher sehr wohl um Bäume handelt, die vom Borkenkäfer befallen und abgestorben gewesen sind:

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Angermannbrief 4 Bild 5

25 Darüber hinaus ist die Situation um den Schindergraben nicht neu und entgegen dem, was Dirk Schulze in dem Artikel vom 05.08.2026 [5] schreibt, „gab“ es keine †...† Diskussion um das Totholz, sondern die Diskussion um das Totholz gibt es nach wie vor!!! Man versucht somit offensichtlich und mit prominenter Platzierung in der Zeitung sowie online ein falsches Bild von der Situation in und um den sogenannten Nationalpark zu erzeugen, der letztendlich eine demokratische Entscheidung ist bzw. nur demokratisch beeinflusst oder gar abgeschafft werden kann. Dies bedeutet, dass vor allem Wähler aus anderen Regionen Sachsens und ebenso nicht aus der Region kommende Abgeordnete über den Nationalpark, die Sicherheit der Besucher und somit die Zukunft der Region entscheiden. Dazu wird auch seitens der Politik und Nationalparkverwaltung in der Region mit zweierlei Maß gemessen, denn ...

26 „Es lag seit jeher unser größtes Augenmerk darauf, dass dort ein sicheres Wandern möglich ist. Und wir haben hier immer sturzgefährdete Bäume frühzeitig entfernt“ Hanspeter Mayr – August 2026

27 Das heißt, im Basteigebiet bei Rathen hat man alles Mögliche unternommen, um die Besucher vor absehbaren Gefahren zu schützen. Warum tut man das nicht auch anderswo? Ist es dort nicht so „repräsentativ“ oder sind Wanderer in anderen Bereichen der Region weniger wert? Was ist im Basteigebiet anders als in der Wilden Hölle, den Spitzsteinschlüchten, Buchschlüchten, Richterschlüchten, Hickelschlüchten etc. – warum kann man dort keine toten Bäume fällen und zur Sicherheit wenigstens zur Seite legen? Warum konnte man das selbst in den unwegsamen, nicht mit Maschinen befahrbaren Schluchten bei Wehlen – konkret der Teufelskammer und Teufelsschlucht?

28 Ich weiß es nicht genau und habe da auch nur so eine Vermutung, aber falls Ihnen bzw. Euch mal wieder jemand erzählen möchte (vielleicht sogar Hanspeter Mayr), dass man die toten Fichten nicht mehr motormanuell (also mit der Kettensäge) fällen kann, dann schaut Euch das folgende kurze Video an, welches ich am 29.02.2024 auf dem Weg zum Arnstein aufgenommen habe:

29 (Quelle Link Video https://youtube.com/shorts/ErTSgNIxkc8 [6])

30 Ansonsten mag die Nationalpark- und Forstverwaltung rechtlich auf der „sicheren“ Seite sein, da nach einem einschlägigen Urteil des BGH das Betreten des Waldes auf eigene Gefahr geschieht und diese somit sehr wahrscheinlich für Personenschäden oder gar einen Todesfall durch einen umstürzenden Baum oder eine herabfallende Baumkrone nicht haftet bzw. haftbar zu machen ist – selbst, wenn sie aus meiner Sicht fahrlässig handelt und das Gebiet sowie eben die Wege zu den potentiellen Gefahrenquellen bewusst verkommen lassen hat. Moralisch sieht es aber mitunter für sicher viele Menschen anders aus und auch bei der Gebietsverwaltung scheint es ein gewisses „Verantwortungsbewusstsein“ zu geben – leider aber offensichtlich nur, wenn es um das „Baby“ des aktuellen Leiters der Verwaltung – den Forststeig geht ...

31 Doppelmoral der Nationalpark- und Forstverwaltung

„Zum Glück“ ist der junge Mann durch Äste einer Buche gestorben, könnte man aus Sicht der Gebietsverwaltung jetzt sagen. Doch das nächste Gewitter kommt bestimmt und ist bereits eine Woche nach dem verheerenden Unwetter im Rathener Gebiet über den hinteren Teil der Region bis nach Hinterhermsdorf gezogen – in der Presse lautete die Überschrift dazu wie folgt:

32 Schon wieder tobt ein schweres Unwetter in der Sächsischen Schweiz
(Quelle Förster, Jakubowski: Schon wieder tobt ein schweres Unwetter in der Sächsischen Schweiz. https://www.saechsische.de/lokales/saechsische-schweiz-osterzgebirge/saechsische-schweiz-erneutes-unwetter-sorgt-fuer-schaeden-MUGZCOPQWREQ3DFNXZHODKOPWE.html [7])

33 Bei diesem 〈zweiten〉 Unwetter 〈im Kirnitzschtal〉 kam zum Glück †wieder† kein Mensch zu Schaden – es war zum Glück wieder am frühen Abend, wo die Wanderer nicht mehr im Gebiet unterwegs waren, und an anderer Stelle gab es „nur“ Sachschaden. Anders war es am 23.03.2024, als ich am Vormittag mit einer Gruppe Elbsandsteinguides-Anwärter zu einer Schulungstour auf dem Kleinhennersdorfer Stein unterwegs gewesen bin, denn dort fiel am helllichten Tag auf dem Weg durch die dort ebenfalls sogenannte Hölle gegen 10:30 Uhr direkt hinter uns eine tote Fichte in den Weg – das Wetter war neblig, aber nicht windig. Umso mehr waren wir alle erschrocken, zumal ich zuvor genau vor diesen Risiken für zukünftige Touren gewarnt hatte und wir eben hätten auch getroffen werden können – wir gerade erst an dem Baum vorbei gegangen sind ...

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Warum ich das so ausführe, hat folgenden Grund – ich habe den Vorfall 2 Tage später Andreas Knaak und Uwe Borrmeister persönlich per Mail gemeldet und damit wiederholt auf die prekäre Situation dieses Weges verwiesen. Kurz darauf wurde der Weg als gefährlich eingestuft, entsprechend beschildert und der Forststeig umgeleitet, was er bis heute ist ...

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37 Mittlerweile begründet man die Umleitung mit Baumfällarbeiten, was absolut unsinnig ist, da in der Hölle noch kein Baum umgesägt wurde, wenngleich mittlerweile dort sehr viele Bäume umgefallen sind. Doch es zeigt, dass es geht, wenn es um etwas geht – den Forststeig, das Baby von Herrn Borrmeister. Dann kann und wird schnell gehandelt und dafür gesorgt, dass die Nutzer des Forststeig weitestgehend „sicher“ durch das Gebiet kommen. Beim Malerweg durch den Schindergraben, der Wilden Hölle zum Carolafelsen und vieler anderer Wege, die definitiv stärker bewandert werden als der Forststeig, sieht es leider anders aus, weswegen das Wort „Doppelmoral“ dafür zwar nicht optimal, aber trotzdem sinngemäß passend ist – hier ganz offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen, bewertet und gehandelt wird!

38 Ich habe in Bezug auf den Nationalpark Sächsische Schweiz das Gefühl, dass ein toter stehender Baum mehr wert ist als das Menschenleben, was unter diesem wandert.

39 Fazit:

Das Sturmereignis in Rathen war erschreckend und sicher in Bezug auf die zerstörerische Fallböe etwas Außergewöhnliches. Doch Unwetter nehmen im Zusammenhang mit den klimatischen Veränderungen sehr wahrscheinlich zu. Gleichzeitig ist die Situation im sogenannten Nationalpark, was das Totholz betrifft, nach wie vor prekär und man versucht das seitens der Gebietsverwaltung in der Öffentlichkeit herunterzuspielen, obwohl man darum weiß. Dazu misst man in der Region mit zweierlei Maß und behandelt vermeintlich wirtschaftlich bedeutendere und persönlich als wichtiger erachtete Bereiche anders, sodass uns nur übrig bleibt, weiter darum zu kämpfen, dass wir aus der Region die komplette Kontrolle über die Region zurückerlangen – was nicht nur das Landschaftsschutzgebiet betrifft.

40 Denn solange wir abhängig von den Entscheidungen von Menschen sind, die nicht wirklich um die Region wissen und stattdessen medialen und somit ideologischen Einflüssen unterliegen, wird sich (leider) nichts nachhaltig verändern. Dazu sollten wir aber auch gewarnt sein, denn wenn die Medien aus Rathen die Region machen, machen sie auch aus einer kleinen Todesfalle, welche so manche Schlucht aktuell darstellt, auch die ganze Region zur Todesfalle. Und darüber nicht zu berichten, um den falschen Schein zu wahren, kann aus meiner Sicht nicht die Lösung sein – ganz im Gegenteil – viel mehr Menschen sollten um die Details wissen, damit diese sich eine echte Meinung bilden können und nicht nur an das vermeintlich Gute glauben.

41 Da es der Beitrag sicher wieder nicht in die reichweitenstarken Medien schaffen wird, so, wie die Sächsische Zeitung auch nicht über die nachweislichen Probleme mit dem Bevölkerungsschutz bezüglich Brandschutzes und Totholz bzw. der passend gemachten Waldbrandschutzstrategie für die Region berichtet hat, obwohl ich es auch wie immer an diese weitergeleitet habe, kann ich nur an Sie bzw. Euch appellieren, den Beitrag an alle potenziell interessierten und wichtigen Menschen weiterzuleiten – allen voran den neuen Umweltminister, falls jemand eine guten Draht zu diesem hat.

42 Denn die Hoffnung stirbt zuletzt – vielleicht gibt es bei ihm noch eine Chance auf ein Umdenken und Umlenken – und wer nicht kämpft, hat bereits verloren (sinngemäß nach Bertolt Brecht). Ansonsten vielen Dank fürs Lesen bis hierher – ich habe mich versucht kurz zu fassen, doch das Thema ist komplex und es gäbe dazu noch viel mehr zu sagen bzw. schreiben.

43 Als allerletztes noch der Hinweis, dass Hanspeter Mayr in den Ruhestand geht und sich diesen Mittwoch, den 12.08.2026 mit einer Führung zum „Weg zur Wildnis“ verabschieden möchte, wo er ironischerweise folgendes vorhat:

44 „Anhand von Presseberichten, die über die Jahre erschienen sind, möchte er an einigen Stationen wichtige Ereignisse im Nationalpark, deren Wahrnehmung und die Entwicklung des Schutzgebietes vor Ort vorstellen und mit Ihnen aus Ihren jeweiligen verschiedenen Blickwinkeln gemeinsam auswerten.“

45 Mit besten Grüßen – aus der Region für die Region,

Elbsandsteinführer Marco Angermann

Stadt Wehlen, 10.08.2026

Textende

 

Anhang

46 Quellen und Verweise

[1] Aufstieg durch die Spitzsteinschlüchte zu den Lorenzsteinen in Richtung Winterstein – zum Hinteren Raubschloss ... . Länge 11:14 min. 08.08.2026. – URL: https://www.youtube.com/watch?v=An_GLOTo8_E

[2] Auf dem Weg durch die Buschschlüchte zum Winterstein – dem Hinteren Raubschloss ... . Länge 8:55 min. 08.08.2026. – URL: https://www.youtube.com/watch?v=RBl87i7JHrE

[3] „Unwetter in Rathen: Der Borkenkäferbefall hat bei dem Sturm keine Rolle gespielt“. Pressemeldung, möglicherweise Sächsische Zeitung, Pirna, Aufang August 2026.

[4] „Schindergraben in Hohnstein nach Unwetter gesperrt – Malerweg wird umgeleitet“. Pressemeldung, möglicherweise Sächsische Zeitung, Pirna, Anfang August 2026.

[5] Dirk Schulze, ohne Titelangabe, Sächsische Zeitung, Pirna, 05.08.2026

[6] Motormanuelle Baumfällung von Totholz mit intensivern Keilschlägen im Dorfbachgrund. Länge 2:35 min. 29.02.2024 – URL: https://www.youtube.com/shorts/ErTSgNIxkc8

[7] Förster, Marko, Jakubowsky, Mirko: Schon wieder tobt ein schweres Unwetter in der Sächsischen Schweiz. Sächsische Zeitung, Pirna, 05.08.2026, 8:11 Uhr. – URL: https://www.saechsische.de/lokales/saechsische-schweiz-osterzgebirge/saechsische-schweiz-erneutes-unwetter-sorgt-fuer-schaeden-MUGZCOPQWREQ3DFNXZHODKOPWE.html

Ende Anhang


 

Legende:
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Ohne Kennzeichnung: Emendation. Bloße Satzverbesserung durch den Masoreten, sowie Tippfehlerkorrekturen.

Autor: Marco Angermann
Masoret: Rolf Böhm

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14.08.2024 Initial