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Richtig wandern mit Corona

Wo können Bewohner der Sächsischen Schweiz in Einklang mit der Corona-Allgemeinverfügung wandern?

Rausgehen, wandern. Das stärkt das Immunsystem, dient der Psyche und der Erholung. Allerdings ist laut Allgemeinverfügung Wandern nur „im Umfeld des Wohnbereiches“ erlaubt und da gab es die Aussage, dies wäre nur die Gemeindefläche der Wohngemeinde.

Gemeindegrenzen

Wer weiß aber schon, wo genau die Gemeindegrenzen liegen? Dazu einfach auf diese Karte gucken:

Politische Karte der Sächsischen Schweiz


5-Kilometer-Umfeld-Karten

Das Oberverwaltungsgericht hat nun festgelegt, dass eine Überschreitung der Gemeindegrenzen gebilligt werden kann, „wenn die Aktivität in einem räumlichen Bereich ausgeübt wird, der typischerweise ohne entsprechende Hilfsmittel – also etwa zu Fuß oder mit dem Fahrrad – erreicht werden kann, also in einem Bereich von etwa 10 bis 15 Kilometern von der Wohnung entfernt. Dies gilt unabhängig davon, ob dieser Bereich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Pkw bzw. dem öffentlichen Nahverkehr erschlossen wird.“ (Quelle: hier).

Die Entscheidung ist unanfechtbar. Einwandfrei. Aber nun für jede Wohnung die Entfernung einzeln ausrechnen? Statt dessen stelle ich hier Karten mit 5-km-Radien um jede Gemeinde der Sächsischen Schweiz vor, die je ein entsprechendes Umkreisgebiet zuordnen. Zugleich kann dies auch eine Ermessensempfehlung für den Vollzug darstellen, anders als vom Gericht gibt es in den Karten eine klare Grenzline. Innerhalb diesen Radien können Sie sich sicher sein, dass Sie da keinen Ärger bekommen.

Die Karten sind public domain und dürfen von jedem für „Corona-Zwecke“ beliebig kopiert und ausgedruckt werden.

Aber bitte ebenfalls beachten: Die Ansteckungsgefahr beim Wandern in häuslicher Gruppe ist sehr gering. Dennoch ist es sinnvoll, sich nicht an Hauptwanderzielen „zu bündeln“. Nicht zu Wanderzielen wandern, die Ihnen als erstes einfallen. Auf der Schrammsteinaussicht könnte es schonmal eng werden mit dem Abstand zu anderen Wandergruppen. Corona zum Anlass nehmen, Wege zu bewandern, die Ihnen erst als drittes, viertes, fünftes einfallen. Mit ein ganz klein wenig Kartenstudium wird man ganz viele, nur ganz wenig begangene Landschaftsbereiche finden können.

Wählen Sie Ihr Gemeindegebiet:

 1 Wehlen
 2 Kurort Rathen
 3 Königstein
 4 Bad Schandau
 5 Rathmannsdorf
 6 Hohnstein
 7 Sebnitz
 8 Neustadt
 9 Stolpen
10 Lohmen
11 Struppen
12 Pirna
13 Reinhardtsdorf-Schöna
14 Gohrisch
15 Rosenthal-Bielathal
16 Bad Gottleuba-Berggießhübel

1 Wehlen

Wehlen

Wehlen: Statt Bastei auch mal Wolfsbergweg, Brückwaldweg, Zscherregrund

2 Kurort Rathen

Kurort Rathen

Kurort Rathen: Statt Bastei vielleicht Einsiedler, Tümpelgrund, Knotenweg.

3 Königstein

Königstein

Königstein: Statt Festung Königstein (wo ein echter Königsteiner sowieso nie hinwandert) eher Hirschke, Lampertsstein, Pehnefall.

4 Bad Schandau

Bad Schandau

Bad Schandau: Nicht immer nur Schrammsteine sondern auch mal Lehnsteig, Eulentike, Sellnitzgrund.

5 Rathmannsdorf

Rathmannsdorf

Rathmannsdorf: Statt Aussichtsturm auch mal Prossener Gründel, Ochel, Kohlichtgraben.

6 Hohnstein

Hohnstein

Hohnstein: Statt immer nur Brandstraße doch wieder mal Forstgraben, Schützengelenge, Schwarzbachtal.

7 Sebnitz und Bad Gottleuba-Berggießhübel

Sebnitz und Bad Gottleube-Berggießhübel

Sebnitz: Statt Finsterwinkel besser Goldgruben, Habichtsgraben, Lindigtgrund.
Bad Gottleuba-Berggießhübel: Statt Panoramahöhe auch einmal Fichtenwände, Bernhardstein, Müllerstein.

8 Neustadt und Rosenthal-Bielatal

Neustadt und Rosenthal

Neustadt: Statt Götzingerhöhe Empfehlung Ungerwald, rüber zum Schönbacher Berg oder auch mal bis zum Gickelsberg.
Rosenthal-Bielatal: Statt Herkulssäulen Empfehlung Taubenteich, Katzstein, Napoleonstein.

9 Stolpen und Gohrisch

Stolpen und Gohrisch

Stolpen: Statt Burg Stolpen auch einmal wieder Hohburkersdorfer Rundblick, Polenztal, Gottlöbers Höhe.
Gohrisch: Statt Gohrischstein eher Queckenborn, Spitzer Stein, Kleinhennersdorfer Stein.

10 Lohmen und Reinhardtsdorf-Schöna

Lohmen und Reinhardtsdorf-Schöna

Lohmen: Statt Liebethaler Grund vielleicht Nicolaiweg, Steinerner Tisch, Bruno-Barthel-Weg.
Reinhardtsdorf-Schöna: statt Zirkelstein besser Pröhlitzschgrund, Kleiner Zschirnstein, Gelobtbachfall.

11 Struppen

Struppen

Struppen: Statt Labyrinth auch einmal Breite Heide, Stelzchen, Quirl.

12 Pirna

Pirna

Pirna: Statt Elberadweg doch wieder einmal Großer Bärenstein, Teufelsgrund, Uttewalder Grund.

Soeben (08.04.2020) erhalte ich eine Anfrage von Frau Hennig aus Pirna, wo denn der 5-km-Radius westlich von Pirna anzusetzen wäre, sie möchte gern „vor den Toren Pirnas“ rausgehen und dies auch ausdrücklich nicht „Richtung Sächsischen Schweiz, wo sicher viel mehr los ist“. Meine Antwort: Der 5-km-Abstand ab Stadtgrenze Pirna verläuft etwa auf der Linie Heidenau-Müglitztal, dann das Müglitztal aufwärts bis etwa Weesenstein, dann Linie Burkhardtswalde, Nentmannsdorf, Friedrichswalde, Cotta bis einschließlich Cottaer Spitzberg. Nordwestlich Pirna wäre etwa die Linie Pillnitz, Borsberg, Zaschendorf, Eschdorf, Dittersbach anzusetzen. Pirna ist etwa 5 km groß, mit den 10-15 Kilometern „Gerichtsradius“ haben Sie na noch ein paar Kilometer „Reserve“. Pirnaer können also sicher sein, in diesem Bereich problemlos Wandern zu dürfen.


Übrigens: Ein Gitternetzkästchen auf den Karten ist immer exakt 1 Kilometer groß.


Zum Schluss noch ein Tipp falls Autoanfahrt zum Rausgehen. Für Kontrolle am Parkplatz einfach einen Zettel reinlegen: „Wohnortnaher Wanderer im Einklang mit der Allgemeinverfügung.“ Natürlich könnte man dabei auch leicht schwindeln, aber die könnten da ja auch mal nachgucken, wer der Halter ist. Und das gilt dann als echt böse.

(Und bei ruhendem Verkehr gilt: Halterhaftung.)