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19. April 2014: Die Bergwelt von oben und unten,

so der Titel eines Vortrages, den Bernd Arnold und ich am 19. April 2014 in Hohnstein bestreiten. Arnold war in Afrika und ist oben gewesen. Ich habe 200 Kilometer über ihm im Space Shuttle Endeavour gesessen. Was man dabei sehen kann? Ungefähr sowas:

Oder sowas. Verrückt, die Berge unserer Erde.

Vortrag am 19. April 2014 im Puppenspielhaus Hohnstein, 20 Uhr. Das ist der Ostersonnabend. Eintritt 10 Euro. Wir freuen uns auf Sie. Einfach nach Hohnstein reinfahren, an der „Eiche“ gibt es genug Parkplätze.

6. März 2014: 150 Jahre Felsklettern in Bad Schandau,

na — und in der Welt. Überhaupt! — Die Wiege stand hier in Schandau. Der größte Zahn, der jemals im Elbsandstein gezogen worden ist, war der Falkenstein, am 6. März 1864. Damals ging es los und heute steht es in der Wikipedia. In der deutschen, aber auch die englische, spanische, russische, tschechische und italienische Wikipedia kennen keine früheren Nachweise sportlichen Felskletterns. In der chinesischen Wikipedia steht irgendwas mit 1924. In der französischen Wikipedia taucht ein „Walter Parry Haskett Smith“ auf. Also Perry Smith. Der saß wegen Randalierens schon im Bad Schandauer Gefängnis. Das dann nach dem 2002er Hochwasser abgerissen worden ist. Ja, und Fritz Wiessner war dann 1937 der Erstbegeher des Devils Tower, Wyoming.

150 Jahre. 1864. Das war 18 Jahre vor der Geburt meines Großvaters. Am 6. März 2014, 9:30 Uhr lädt die Stadt Bad Schandau und die Bad Schandauer Kur- und Tourismus GmbH zu einer Festveranstaltung auf den Bad Schandauer Nationalparkbahnhof ein.

Die Ausstellungstafeln sind auch schon fertig und ich durfte schon einmal einen kleinen Blick draufwerfen:

Klasse gemacht. Frank und Martin Richter haben da auch wieder viel geliefert. Und viele andere. Die Ausstellung kommt dann in das Bad Schandauer Heimatmuseum. Also, mal wieder ins Museum gehen. Zu Frau Bigge, die die schöne Ausstellung kuratiert hat.


Dr. Böhms Wanderwegeklinik,

komplett überarbeitet, nun endlich fertiggeschrieben. Kranke Wege sind eine ernste Sache. Darum viel Text. Hier.


Surftipp des Monats:

Anders Wandern

GU hat mir einen Link gemailt. Helmut Schümann ist im letzten Dezember von Berlin nach Düsseldorf gewandert.

Schümann ist Tagesspiegel-Autor. Klarer Fall, dachte ich da zuerst – ein Fake. Stimmt nicht. Kann gar nicht sein. Zu abgedreht. Auf was Zeitungsfritzen so kommen. Auch schon so Klischees in dem Aufsatz: Brandenburg. Nazis. Dichtmachende Dorfläden. Dörfer ohne Kneipe. Weggeklickt.

Hat mir dann aber keine Ruhe gelassen. Nochmal gelesen. Dann meinen alten Tramp-Atlas rausgeholt:

Mein alter Tramp-Atlas. Mit den zu Fuß eingetragenen Autobahnparkplätzen 
Atlas für Motortouristik der DDR. VEB Touristverlag Berlin, S. 51/52, 4. Aufl. 1977

Rottstock - Dretzen - Dörnitz - Drewitz - Hohenziatz - Möckern. Und so, immer weiter. So was kannst du dir nicht am Computer mit Google Earth ausdenken. Der muss da wirklich langgemacht sein. Zu Fuß. Im Dezember. Alleine. Es ist dies ungefähr dieselbe Strecke die ich 1982 von Wernigerode nach Belzig getippelt bin. Das Kopfsteinpflaster. Die Truppenübungsplätze. Dort bei Magdeburgerforth lang, wo die wieder die Schmalspurbahn haben sollen.

Sehr geehrter Herr Schümann! Das ist die abgedrehteste Wanderung die mir jemals und überhaupt über den Weg gelaufen ist! Ich bitte um Entschuldigung, dass ich es für ein Fake gehalten habe: Surftipp des Monats –

Der Tagesspiegel. Heimatruf. Helmut Schümanns Adventswanderung nach Hause. Von Berlin nach Düsseldorf ...

14 Tage. Jeden Tag 30 Kilometer. Das sowas überhaupt geht.

Klar geht das. Quer durch Deutschland. — Die schönste Stelle ist übrigens die, wo ihn die Schülerin fragt, ob er da, irgendwo hinter Wolfenbüttel, die Landstraße lang will oder den  Feldweg. Mensch. Feld-Wege. Dass es sowas überhaupt noch gibt. Wo die Touristiker sich ja schon diese tüteligen Nibelungenwege und Wupperwege und Malerwege ausdenken müssen. Weil die Leute ja ansonsten denken, du kannst da überhaupt nur noch Autobahn langdüsen. Oder ICE-Strecke. — Einwandfrei. Verrückt. Und doch das allereinfachste in der Welt. Einfach da mal langlaufen. Das muss ich unbedigt dem Andrack petzen.

Mit den Klischees in dem Aufsatz hab ich mich übrigens ausgesöhnt. Tja, ihr Kinderchen in den Großstädten. Wie wenig wir doch Deutschland kennen. Das ist eben der ländliche Raum im 21. Jahrhundert. Die andere Seite der Medaille: Wo da vorne Berlin drauf ist, halleluja Berlin. Und hinten eben – einfach nur das flache Land. Tja, und da gibt es dann eben so die Typen mit den Thor-Steinar-T-Shirts. Kein Aldi mehr und auch kein Schlecker. Und du freust dich riesig, wenn es da überhaupt noch eine kleine billige Kneipe gibt. Soll es öfter in Deutschland geben, als wir alle denken. Dahinten, wo die Speckgürtel zu Ende sind. Und damit die Welt.

Deutschland reißt gerade auf. Da bilden sich allmählich so Löcher. So mittendrin. Wo vorher noch Dörfer waren, mit Kneipe und Kirche und Tante-Emme-Laden. Und nun nix mehr. Das ist ein bisschen so, wie bei den Gehirnen bei Rinderwahnsinn. Aber, wer merkt das schon.

Der Schümann. Der ist da durch.

Eine letzte Frage bleibt trotzdem: Wie hat sich der Kerl da durchgefunden? Denn davon, dass er da eine Karte oder ein Navi mitnommen hat, ist da nichts zu lesen ... ? ? ?

Ich bedanke mich herzlich bei GU für die Mail.


Frühling im Elbsandstein

Kein Mist, am 8. Januar habe bei uns die Vögel angefangen, Frühlingslieder zu singen. War dann man paar Tage kalt, aber nun geht es schon wieder. Also: Raus in den Elbsandstein zu einer Frühlingswanderung. Man muss die Natur nehmen, wie sie ist.

Es ist November 

Zur Erinnerung: Letztes Jahr kam am 28. Novemer der schlimme Schneebruch und am 15. April lag immer noch Schnee. Also keine Angst, da darf auch einmal ein Winter ganz ausfallen.

Ich kommentiere unten den November-Aufsatz „Niederfrequenz“ mal wieder ein.


Deutschlandradio Kultur

Der Rundfunk war bei mir und Deutschlandradio-Autorin Leonore Lötzsch hat mich ein wenig an die Hand genommen.

Radiobeitrag

Textmanuskript

Ich bedanke mich bei der Autorin Leonore Lötzsch für das schöne Kompliment.


Niederfrequenz (Mein November-Blog, gilt im Februar nach wie vor)

Es ist November. Wo da doch keiner raus geht.

Der November ist mein Lieblingsmonat. Kalt, Nebel, Mistwetter, nix los? Klar, aber das ist es ja gerade. Kalt stimmt nicht immer. Wenn es ein bisschen sonnig ist, kann der November auch schon nochmal ganz schön warm werden. Den Nebel verkündigen uns Caspar David Friedrich und die Stativkarawane. Mistwetter gibt es grundsätzlich sowieso nicht. Und wenn nix los ist, dann ist das die hohe Zeit des naturnahen Einzelwanderers abseits der touristischen Hochfrequenz. — Ach!? Jetzt kommen die wohl alle aus den Löchern, die sich sonst nicht trauen, auf all den kleinen Wegen herumzutippeln? Quatsch. Der Ranger ist auch draußen. Denn natürlich ist der vor allem eines: Ein Mensch des Waldes. Es wird Holz gemacht und es dies übrigens auch die Zeit des heiligen Hubertus. Aber es sind da nur ganz wenige Menschen draußen im Wald. Und wenn wir da draußen sind, in so übergroßer Verdünnung, dann stört der Mensch nicht mehr – sich selbst. Wenn du da einen ganzen Tag alleine im Wald bist, und du begegnest einem anderen Menschen, passiert manchmal Verwunderliches. Du bleibst dann stehen, und es ergibt sich ein kurzes Gespräch, über den Wald und über die Natur. Mit einem Menschen, den du doch gar nicht kennst. Weil man sich einfach nur freut, da Draußen jemandem begegnet zu sein. Dort hinten in den großen Wäldern.

Im November, wo da doch keiner raus geht.

November/Februar-Wanderregel I: Es ist keine Brut- und Balzzeit. Von November bis März störst du die Tiere am allerwenigsten.
November/Februar-Wanderregel II: Wenn da Holz gemacht wird, hat sich der Wanderer in gebührendem Abstand – unseren Quantomanikern geben wir hier mal 200 Meter vor – zu verfatzen. Das betrifft zur Zeit das Bielatal. Es ist übrigens auch eine schlechte Ausrede, dass du da durchlaufen könntest, wenn da gerade mal kein Baum gefällt wird. Frag mal so einen Typen an der Kettensäge, was der davon hält, dass er da wie im Zirkus zwischen lauter Passanten im Akkord die Dinger umhauen soll. Du läuft da ja auch nicht mal schnell über die Autobahn rüber, wenn da gerade mal ein bisschen Lücke ist.
November/Februar-Wanderregel III: Das betrifft auch die Jagd, was aber eher nicht so Wild ist. Eine Drückjagd ist doch, ungeachtet ihrer unzweifelhaft massiven Lokalpräsenz – rein statistisch gesehen – ein sehr seltenes Ereignis. Ich selbst bin noch nie in eine Jagdgesellschaft hineingeraten.

Wir erwarten den Winter

(Ja, ja, und das nun schon seit einem Viertel Jahr)

Tharandter Wald 1:20000 

Wir erwarten den Winter. Weiß noch jemand, wie das letztes Jahr war? Da hatten wir den schlimmen Schneebruch im Tharandter Wald. Gerade Anfang Dezember 2012 hatte ich mit der ausgiebigen Geländebegehung für die 2. Auflage meines Titels „Tharandter Wald“ begonnen. Und dabei die Seele der Bäume kennengelernt.

Tharandter Wald 1:20000 

Nun ist die aktualsierte Karte längst erschienen, es gab übrigens etwa 480 Einzeländerungen gegenüber der Vorauflage, vom Sächsischen Jakobsweg bis zur Tharandter Teichwirtschaft. Seit Herbst ist die Karte wieder lieferbar.

Wer mir beim Kartieren im Gelände ein wenig über die Schultern schauen möchte, ist eingeladen, meine Seite Tharandt, dienstlich unter Anders Wandern zu besuchen.

Und wer genau wissen will, was sich alles geändert hat, für den gibt es hier ein Laufendhaltungsprotokoll, und hier ein Bild mit allen Änderungen (Streichungen rot, Neueintragungen in den Druckfarben).


Die Khaatalkarte

Khaatal, ja, das ist doch da ganz hinten im Kirnitzschtal. Der Oberlauf der Kirnitzsch im Böhmischen, oberhalb der Oberen Schleuse. Meist fährt man da ziemlich schnell mit dem Rad durch. Die Nebentäler Zeidlerbachtal und Wolfsbachtal sind dem Insider auch noch flüchtig bekannt. Aber Käs und Brot? Das kleine Preußenlager? Die Wolfsburg? Die adoptierte Buche am Wolfsberg? Das Kleine Wolfsbachtal? Das Langehorn. Und die vielen kleinen Nebengründe? Nie gehört?

Dies ist eine wunderbare Landschaft, die es zu entdecken gilt

Khaatal 1:10000 Das Khaatal

Und dafür gibt es nun die passende Karte: Das Khaatal in einer Detailkarte im Maßstab 1:10000. Sieben Wochen hat die Geländearbeit gedauert. Über ein Jahr habe ich an der Karte gezeichnet. In der Titelkartusche hat der Sebnitzer Künstler Hansjörg Hübler das Schwarze Tor eingefangen. Das Khaatal ist ein weitgehend unbekanntes Stück Elbsandstein, dass wir eigentlich schon immer in unseren Herzen tragen.

Khaatal 1:10000 

Der Ladenpreis der Karte beträgt 5,80 € (145 Kč). Der Titel ist ab sofort im Buchhandel erhältlich und besonders freue ich mich, dass ich viele Händler in Hinterhermsdorf gewonnen habe.

Hintergrundinformationen zu dem neuen Titel

• Die Packungsbeilage: Was sonst noch auf der Karte drauf ist. Als PDF (1 Seite) oder als Textdatei

• Weitere Informationen: Häufig gestellte Fragen. Als PDF (3 Seiten) oder als Textdatei

• Und wer wissen will, wie die Karte entstanden ist, für den gibt es hier die neuen Themenseiten: Ja, wie macht man eigentlich eine Karte ...


Tharandter Wald 1:20000  Leider vergriffen.


Nationalparkakzeptanzstudie kritisch gelesen

Auf den Punkt gebracht.

Die Nationalparkverwaltung hat eine Studie, die die Akzeptanz des Nationalparks bei der Bevölkerung zum Gegenstand hat, erstellen lassen. Natürlich werden solche Studien oft in einem Stil verfasst, dass der flüchtige Leser denkt, alles weitgehend okay – no problem, wobei gleichzeitig Kantiges durchaus, leicht schaumgebremst, genannt wird. Grund also, sich für eine tiefgründige Lektüre etwas Zeit zu nehmen.

Andreas P. hat das im www.sandsteinwandern-Webblog für uns getan. Der Beitrag bringt es haargenau auf den Punkt. Was stimmig ist. Wo nachzuhaken ist. Was man zwischen den Zeilen findet. Und in welche Richtung es geht. Dazu übrigens sein Klasse Stil. Zitat

„Die Öknoranten werden wohl im Moment noch einen Nationalpark ohne Menschen für erstrebenswert halten. Ob sich die Menschen erzwungener Maßen, aus Einsicht oder aus Desinteresse aus der Natur zurückziehen – das ist ihnen dabei egal. Hauptsache weg.“

So etwas muss man wirklich dreimal auf der Zunge zergehen lassen. Erstens, sich erzwungener Maßen aus dem Nationalpark zurückziehen, na hallo?! Zweitens, was, Kinder, für eine putzige Einsicht soll das denn sein, dank derer wir es vorziehen sollten, lieber zu Hause zu bleiben, als in die Natur zu gehen?!? Ja und schließlich das Desinteresse. Sollte das nicht viel eher ein Grund sein, sich auf dem höchsten Gipfel der Thorwalder Wände in den Wald zurückzuziehen und bitterlich zu weinen – anstatt sich darüber zu freuen, dass sich nun endlich „diese ganzen Horden“ aus dem Nationalpark verfatzt hätten!???

Link zur Zusammenfassung der Studie
Link auf den Blogbeitrag von Andreas P.


Ach, das Hochwasser ...

... hat mir die Sprache verschlagen. Am 4. Juni war dann bei uns in Bad Schandau das Internet weg. Seit dem will mir zu Hochwasser nichts mehr einfallen. Vielleicht aber lasse ich den im Hochwasser verfassten Text (nach dem Hochwasser blau kommentiert) einfach stehen:

Aktuelle Hochwasserlinks:

Tschechische Pegel: http://www.pla.cz/portal/sap/PC/ (Sehr gut erreichbar)
Pegel Schöna (Pegelonline): http://www.pegelonline.wsv.de/gast/stammdaten?pegelnr=501010 (Sehr gut erreichbar)
Pegel Schöna (ELWIS):https://www.elwis.de/gewaesserkunde/Wasserstaende/... (Sehr gut erreichbar)
Hochwasserzentrum Sachsen: http://www.hochwasserzentrum.sachsen.de/%E2%80%8E (Weil hier alle nachgucken, klappt es nur selten)
Webcam Königstein: http://www.koenigstein-sachsen.de/de/Koenigstein/Webcam

Achtung, ich glaube, das Hochwasserzentrum prognostiziert deutlich zu hoch. So ist z. B. das Mittel der Vorhersage (von Mo mittag) für Dienstag 01:00 Uhr Schöna 9,15 m. Pegelonline meldet aber um 00:00 Uhr Schöna 7,86 m. Das ist immerhin eine um 1,30 Meter zu hohe Vorhersage. Bei allem Respekt: Die Abschätzung, dass es Mittwoch 10,80 bis 11,65 m (Pegel Schöna) werden könnten ... erscheint mir doch deutlich zu hoch.

(Jaja, war auch so. Man prognostiziert im Zweifelsfall eher zu hoch, als zu niedrig. Letztendlich waren aber die viel präziseren – und viel zeitigeren – Prognosen als 2002 ungemein wertvoll.)

Pegelstände Schöna:

02.06.2013 20:00 6,18 m
03.06.2013 02:00 6,38 m (+3,3 cm/h)
03.06.2013 06:00 6,65 m (+4,5 cm/h)
03.06.2013 12:00 7,03 m (+6,3 cm/h)
03.06.2013 18:00 7,44 m (+6,8 cm/h)
04.06.2013 00:00 7,86 m (+6,8 cm/h)
04.06.2013 06:00 8,41 m (+9,2 cm/h)
04.06.2013 12:00 8,83 m (+7,0 cm/h)
04.06.2013 18:00 9,56 m (+12,2 cm/h)
(Das war meine letzte Onlinestellung. Am 4. Juni verschwand Bad Schandau für einige Wochen in einem unheimlichen Internet- und Telefon-Blackout.)

Damit ist der Schandauer Marktplatz, und die B 172 ist unbefahrbar und die Schandauer Elbbrücke gesperrt. Postelwitz, Ostrau und Schmilka sind somit nur noch über das Kirnitzschtal an die Außenwelt angeschlossen. Man kommt durch die Baustelle Neumannmühle durch. Habe ich am Montag selbst nachgeprüft.

Zur Erinnerung:

Elbehochwasser 2002 war: Pegel Schöna 11,88 m – Wasserstand 4,28 m auf Schandauer Marktplatz
Elbehochwasser 2006 war: Pegel Schöna 8,88 m – Wasserstand 1,28 m auf Schandauer Marktplatz
Elbehochwasser Januar 2011 war: Pegel Schöna 7,46 m – Wasserstand 0,14 m unter Marktplatzniveau.
(Elbehochwasser Juni 2013 war dann: Pegel Schöna 10,65 m – Wasserstand 3,05 m auf dem Bad Schandauer Marktplatz.)

Wandertipp fürs Wochenende (Mit Wochenende war hier der 08./09. Juni gemeint)

Zur Anreise hier die passende Hochwasserinfo als PDF und hier eine Karte (1,6 MByte) bzw etwas kleiner (400 KByte)

(Karte stimmt, man kam wirklich überall hin, nur eben mit völligem Umdenken. Das mit der problemlosen S-Bahnanreise in dem PDF hat nicht gestimmt. Der S-Bahn-Verkehr wurde doch recht schnell eingestellt.)

 Straßenbahnen im Kirnitzschtal. (Nun längst wieder im Depot.)

Das Wetter soll schön werden, also mal wieder wandern. Hochwasser kriegt man nicht jeden Tag geboten. 99,9 % der Sächsischen Schweiz liegen höher als 10 Meter über dem Elbspiegel. Die sind überhaupt nicht vom Hochwasser betroffen. Dort geht das Leben ganz normal weiter.

Bitte bloß nicht denken, man würde da beim Wandern den „Rettungskräften“ im Weg rumstehen. Der Tourismus ist hier der wichtigste Wirtschaftszweig. Und der ausbleibende Tourismus ist – der allergrößte Hochwasserschaden! Anschließend ordentlich in ein Gasthaus einreiten.

Außer im Elbtal sind praktisch alle Gasthäuser geöffnet, und die freuen sich über Gäste. Die Ostrauer Scheibe, die Schrammsteinbaude, das Forsthaus, die Porschdorfer Einkehr, das Erbgericht in Porschdorf, das Panoramahotel Lilienstein, der Heitere Blick in Altendorf, der Berghof Lichtenhain, Wachbergbaude, Erbgericht Cunnersdorf, Pension Polenztal, Rußigmühle. In Hinterhermsdorf, Hohnstein, Kurort Gohrisch usw. usf.

Außer ins Elbtal, kommt man überall hin, Man sollte aber bitte nicht versuchen, mit Auto über Pirna – Königstein – Bad Schandau anzureisen. Und auch nicht versuchen, sich mit dem Auto „ins Kirnitzschtal durchzukämpfen“. Detailinfos, wie Sie hier trotz des Hochwassers herkommen, habe ich wie gesagt, hier in dem Info-PDF incl. Karte für Sie zusammengestellt.

(War tatsächlich so. Mir werden die wenigen Wanderer, die bewusst in dem fast leeren Elbsandsteingebirge geblieben sind, noch lange in Erinnerung bleiben. )


Neue Panoramatafel auf dem Großen Zschirnstein

Die neue Tafel auf dem Großen Zschirnstein  Foto: Werner Kulik

Der entfernteste Berg, den man bei Super Sicht vom Großen Zschirnstein aus sehen kann, ist die Tafelfichte im Isergebirge, 1124 m hoch, in 77 km Entfernung. Es folgt der 58 km entfernte Jeschken (1011,6 m). Milleschauer, Kletschen und Zinkenstein sind auch bei mittelguter Sicht erkennbar.

Aber wer weiß das schon? Damit man die Berge findet, gibt es jetzt eine Panoramatafel auf dem Großen Zschirnstein.

Die Tafel ist 227,51×183,76 cm groß, 6 mm stark, einige Zentner schwer und stellt damit alle anderen Aussichtspunkttafeln ordentlich in den Schatten. Sie entstand in Trägerschaft durch Heimatverein und Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna. Die Herstellung erfolgte mit freundlicher Unterstützung durch die Betriebe Metallbau Löser Schöna, ThyssenKrupp Schulte Radebeul, PRETEC GmbH Dresden und DH-Oberflächentechnik Pirna. Mal durchkalkuliert, wäre ungefähr ein Kleinwagen dabei herausgekommen. Wenn das mal reicht. Dafür allen Beteiligten, allen voran Herrn Löser – herzlichen Dank.

Die Zeichnung stammt aus meiner Feder. Für den Kartographen war es eine reizvolle Aufgabe, eine Zeichnung einmal für einen Wasserstrahl-Abrasivschnitt in Edelstahl auszuführen. Mal etwas anderes als Papier. Eine solche Tafel müsste man glatt einmal auf das Matterhorn stellen. Vielleicht mein nächstes Projekt.

Besonders gefreut habe ich mich auch über die unkomplizierte Zustimmung durch die Nationalparkverwaltung (als Naturschutzbehörde im LSG) und den Forstbezirk Neustadt als Grundeigentümer.

Bei der Bearbeitung war mir das Panorama von Thomas Quaiser eine wertvolle Hilfe, und nun ist sogar schon wieder ein neues Panorama veröffentlicht worden: Arne Rönsch, 14.05.2013. An diesen beiden wunderbaren Panoramen bestätigt sich übrigens die Erfahrung, dass eine klare Sicht und eine schöne Sicht nicht dasselbe sind. Das Quaiser-Panorama kann (entgegen der Einschätzung des Autors) sehr wohl mit heutigen Aufnahmen mithalten, man vergleichen nur einmal den Lippenberg (zwischen Milleschauer und Kletschen).

21.05.2013: Von Heinz Höra erfahre ich, dass statt der Tafelfichte das 98 km entfernte Hohe Rad der entfernteste Gipfel sein müsste, den man von Großen Zschirnstein aus sieht.

Also: Mal wieder auf den Großen Zschirnstein gehen. 561,74 m ist er hoch. Der höchste Berg der Sächsischen Schweiz. Vielleicht sieht man sogar das Hohe Rad, das auf der Tafel nicht drauf ist.


Neue Auflage Hinterhermsdorf

Endlich ist der Frühling da und passend dazu ist meine Hinterhermsdorfkarte (die einige Zeit vergriffen war), ab sofort wieder lieferbar.

Pik Leipzig 

Was sind neue Trends und Änderungen?

  • Bearbeitung Staatsgrenze: Wandergrenzübergänge (nach Schengen) getilgt, viele neue Grenzsteine erkundet. Major-Dieskau-Inschrift endlich entdeckt (Herzliche Grüße an Axel Mothes) und eingetragen.
  • Wanderwege, u. a. Gelb-Punkt am Weifberg verlegt, Grün-Punkt Passgrund neu markiert, Rot-Dreieck, Blau-Dreieck „Am Wald“.
  • Touristische Infrastruktur: Gasthäuser, Infostellen etc., z. B. Nationalpark-Infostelle Beize neu, Café Bäckerei Niedermühle neu, Campingplatz Thorwaldblick, Whs. Bauernstübel neu beschriftet.
  • Furten sind ein schöner neuer Trend mit dem Wege im Wald naturnah und kostensparend über Bäche geführt werden. Das ist auch für den Wanderer so richtig schön romantisch. Für Furten wurde extra eine neue Kartensignatur entworfen. Furten gibt es z. B. am Schwarzen Kreuz, im Bendlesgrund und am Duellweg.
  • Viele kleine Änderungen in der Landschaft und am Wegenetz, Paul-Richter-Bank, Kreuz-Eiche Taubenstein, die Dynamitkammern aus dem Jahr 1945 wurden eingetragen, die Andachtsbuche an der Obermühle, Weifberghütte beschritet. Neu ist auch eine Beaujolaishütte (O57), ein Märchenwald (V53) und ein rostiger Sessel (M54). Diesen bitte nicht wegräumen, denn sonst stimmt die Karte nicht mehr.

Kaum zu glauben, was sich in so einer Karte ändern kann. Insgesamt gibt es übrigens 411 Änderungen. Wer ganz genau wissen will, was sich alles geändert hat, für den gibt es hier eine Differenzkarte ...

Differenzkarte Hinterhermsdorf und die Schleusen 4.-3. Auflage

... und hier ein Laufendhaltungsprotokoll.

Vieles sind natürlich nur ganz kleine Änderungen. Das gehört aber dazu. Denn wenn man schon einmal mit hohem Aufwand in der Örtlichkeit kartiert, sollte man es auch gründlich machen. Ein paar Jahre kann man eine Karte schon einmal unaktualisiert lassen. Wenn man aber sehr lange gar nichts macht, dann ist die Karte irgendwann völlig veraltet.

Nun freue ich mich, dass meine Hinterhermsdorfkarte wieder auf dem neuesten Stand ist, so, als wäre sie gerade erst ganz neu gezeichnet worden.


Neuerscheinung Pamir 1:100000

Pik Leipzig 

Leipzig ist nicht nur der Name der Stadt, sondern auch der Name eines Berges im Pamir. Bereits zu Ost-Zeiten sind immer wieder Expeditionen in den Pamir unternommen worden, oft ohne richtige Karten. 1989 sind vier Leipziger Bergsteiger zur Erstbesteigung eines Gipfels aufgebrochen, dem sie zu Ehren ihrer Stadt den Namen „Pik Leipzig“ gegeben haben. Letztes Jahr waren sie wieder dort. Daraus ist nun eine Karte entstanden, die ich soeben aus der Druckerei erhalten habe.

Pamir 1:100000 · Pik Lenin · Pik Leipzig · Westlicher Trans-Alai-Kamm
SRTM Georelief Map 1:100000 · Detailkarte des Georeliefs nach Daten der Shuttle Radar Topography Mission
Rolf Böhm Bad Schandau. ISBN 978-3-910181-93-9. Ladenpreis € 9,80
Ab sofort im Buchhandel.

Presseinfo hier als PDF, als .doc, sowie als Textdatei.


Auch lange nicht dagewesen: Der lange Winter 2013, der bis zum 10. April dauerte

Am 14. März früh –10 °C, 19. und 21. März 15 cm Neuschnee und der bleibt liegen! Palmsonntag, 24. März, früh –11 ºC. Tiefster Winter mit geschlossener Schneedecke auf dem Lilienstein.

Was für ein März! So einen späten Winter hatten wir noch nie. Das ist doch mal was ganz anderes, als eine Polenztal-Märzenbecherwanderung. Bedeckt, trüb, es ist sehr kalt. Ostern mitten im Winter. Bis Sonnabend nach Ostern (6. April) immer bedeckter Himmel, die Wiesen unten in Waltersdorf schon langsam schneefrei geworden. Aber, ich traue meinen Augen kaum, oberhalb des Ziegenrückens, auf den oberen Ebenheiten um Rathewalde, Hohburkersdorf, Ehrenberg, Lohsdorf, Goßdorf: Tiefster Winter, die Felder nach wie vor voll schneebedeckt, Riesenschneehaufen, Nebel, Kälte, 2 Grad plus.

Sonntag, Montag, 7., 8. April kommt dann die Sonne. Es ist fast ein Wunder, wie hoch sie jetzt schon steht! schlagartiger Riesenfrühlingseinbruch. Endlich!

Siehe auch die Bilder hier, vom 14. April 2013

Winter bis 10. April. Ich lasse das hier ein bißchen in den Neuigkeiten stehen, denn, wie schnell vergisst man das.


Surftipp - soeben entdeckt:

outdoor + survival + wandern + trekking = trotten: Trotten mit Hut. Schon die Hütte, die die da vorn draufhaben:

Quelle: Trotten mit Hut 

Herrlich. Die musste ich mir gleich mal auf meinen eigenen Webspace raubkopieren. Für meine Hüttensammlung.

Wolf I

Zum Thema „Der Wolf im Landkreis Sächsische Schweiz“ gab (und gibt) es hier eine Petitionsinitiative.

8986 Menschen haben sich mit ihrer Unterschrift gegen eine unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes in Sachsen ausgesprochen. Am 31.01.2013 wurden diese im Rahmen einer Sammelpetition an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages übergeben. Weitere Informationen hier. Nachtrag 10.02.2013: Es sind noch einmal 300 Unterschriften zusammengekommen.

Wolf II

Der Wolf einmal anders: Bevölkerungspyramiden zeigen auf instruktive Art die Auswirkungen von Naturkatastrophen, Pillenknicken, Kriegen und ähnlichen Ereignissen auf die menschliche Gesellschaft: Während Dresden langsam aus der demographischen Delle rauskommt, nimmt die Einwohnerzahl der Sächsischen Schweiz weiter rapide ab. Man kann die Sorge des Elbsandsteingebirglers in punkto Wolf auch ein wenig tiefenspychologisch deuten. Die Königsteiner Grundschule, so heißt es, sei, bei den aktuellen Anmeldezahlen in ihrem Bestand noch nicht gefährdet. Der ev.-luth. Kindergarten Bad Schandau wird allerdings gerade geschlossen. Die Prossener Mittelschule haben wir vor ein paar Jahren dichtgemacht. Kein Nachwuchs mehr.

Wie werden unsere Bevölkerungspyramiden im Jahr 2026 aussehen? Hier eine Vorausschau, was den Menschen anbetrifft, greife ich auf das Landesamtes für Statistik zurück:

Quelle: Landesamt für Statistik  Quelle: Landesamt für Statistik  Quelle: Landesamt für Statistik  

Das werden die Exemplare der Art Homo sapiens doch schon ein bisschen neidisch in Bezug auf das Reproduktionsverhalten ihrer Kollegen der Species Canis lupus.

Wolf III

Weil ich oft draußen bin, gehöre ich auch zu den „Spaziergängern, Pilzesammlern, Anwohnern, Wanderern“ die sich an den Wolf gewöhnen sollen. Mir geht es wie vielen anderen Menschen: Man macht sich so Gedanken. Zumal ich auch Boofen gehe. Hier nun eine eigene Seite zum Thema „Der Wolf in der Sächsischen Schweiz“


Anderswo aufgelesen

       Ach herrje, herrjemine,
       wenn ich auf den Brocken seh!
       Die Pauschaltouristen wuseln,
       und den Wandrer muss es gruseln.
       Und vom Nationalparkspuk,
       bleibt am Ende Lug und Trug.
Arndt Noacks Brockenbesuch im Herbst 2012


Die Elbe ist eben kein Jangtsekiang *)

Komitee-Bericht zur Evaluierung Nationalpark Sächsische Schweiz

Schreck am Frühstückstisch: Die SZ vom 02.11.2012 verwies auf eine neue Nationalpark-Studie: „Komitee-Bericht zur Evaluierung Nationalpark Sächsische Schweiz“. Die hat es in sich.

Haupterkenntnis: Es gibt in der Sächsischen Schweiz viel zu viele Wanderwege. Unter 8.2 (Infrastruktur für Besucher) ist z. B. als Schwäche ausgeführt: Das Netz außerordentlich umfangreich gekennzeichneter Wege führt zumindest außerhalb der Kernzone zu weitgehend ganzflächiger Besucherfrequentierung mit entsprechendem Beeinträchtigungspotenzial. Die Überwachung der vorhandenen Regelungen zur Besucherlenkung [ist] unzureichend. Die Wanderwege sind drastisch zu reduzieren.

Wegereduktionen stoßen nicht nur bei uns auf Unverständinis, sondern auch anderswo, z. B. im Siebengebirge: „Aufregung um den Wegeplan Siebengebirge begründet“. Was das ungefähre Endziel ist, kann man sich im Nationalpark Harz ansehen, bzw. – nun eben nicht mehr: Hier die Baggerliste, mein Requiem für die Brocken-Wanderwege online, sowie als Broschüre beim Stiegenbuchverlag erhältlich (3,50 €+Versand).

Aber auch andersweitig zeugt die Studie von wenig Ahnung vom Wald. Da wird z. B. unter 2.3 (Grad der Naturnähe) bemängelt: Hoher Anteil an nicht standortgemäßen Fichtenforsten. Diese sind zügig ... in Laub-Mischwaldbestände umzuwandeln. Zugleich bemängelt man aber unter 2.1 (Raum für natürliche Abläufe) dass auf 43 % der Fläche noch forstliche Eingriffe erfolgen würden. Lediglich 36,2 % der Nationalparkfläche unterlägen erst der natürlichen Dynamik. Auch seien 40 Jahre sowieso viel zu lange für einen Übergang zu einem Nationalpark. — Na, wie soll das denn gehen, 90 km² Fichtenforst ohne forstliche Eingriffe in wenigen Jahren in Laub-Mischwälder umzuwandeln? Schon das Wort „zügig“: Die da präjudizierte Wildnis ist doch keine Waldschlösschenbrücke, die man da mal mit AutoCAD entwirft und dann „zügig“ hinbaut. Da stehen nun mal lauter Fichten in der Kernzone rum. Wie soll das gehen, da so fix, in vielleicht 40 Jahren, so einen tausendjährigen Eichenwald drauszumachen? — Natur Natur sein lassen - okay. Da schnurpelt dann vielleicht der Borkenkäfer bissl was weg. Aber im Großen und Ganzen ist eine 80jahrige Fichten-Monokultur nach 40 Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach eines: Eine 120jährige Fichten-Monokultur.

Woher ich übrigens so viel forstliche Altklugheit habe? Na vielleicht aus dem Heft „Der Wald im Nationalpark. Gestern. Heute. Morgen“ von Holm Riebe, herausgegeben von unserer Nationalparkverwaltung. Klasse Heft, zur Rezension vorgemerkt.

In Abschnitt 4.6 (Besucherlenkung und Gebietskontrolle) wird eine verstärkte Einbeziehung in Netzwerke gefordert. Zugleich unterliegen da rumtippelnde Menschen (Stichwort „touristische Nutzung“) natürlich dem kritischen Auge der Autoren: In 4.5 (Konzepte zu Nutzungen) ist z. B. von schwerwiegenden Problemen für den Schutz der Natur ... aus der touristischen (Über-)Nutzung die Rede. Was sollen das denn für putzige Netzwerke sein? Sollen sich vielleicht Wanderer und Gastwirte gemeinsam vernetzen, um die „Wegedichte zu reduzieren“? Um sich letztendlich aus der Landschaft wegzuschützen?

Also mal wieder ganz schön Bambi-Syndrom.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Naturschutz ist ganz wichtig. Darum ist vor allem aber ganz wichtig: Natur-Verständnis. Und dass der Naturschutz von den Menschen akzeptiert wird. Es gibt eine Menge Leute, die sich für den Naturschutz interessieren. Und die gehen raus in die Landschaft. Nicht nur 2 Tage, wenn mal eine Studie geschrieben werden soll. Sondern ihr ganzes Leben.

Die Hegelsche Tripelitis These: Natur schönAntithese: Mensch MistSynthese: Also Mensch raus aus der Natur — ist Mist.

Der sächsische Umweltminister Frank Kupfer hat der Studie teilweise widersprochen. Ebenso hört sich die Wertung der Nationalparkverwaltung gut an. Man will nicht allen Empfehlungen der Evaluierung folgen. Der Aktion free borkenkaefer übrigens auch nicht. Blos gut. Dafür herzlichen Dank.

Ich glaub, im Siebengebirge haben die sich per Volksentscheid den geplanten Nationalpark inzwischen vom Hals geschafft. Das ist eigentlich schade, ihr lieben Berliner Naturschutz-Professoren, die ihr die Studie verfasst habt: Bei uns hier im Elbsandstein ist das anders. Wir sind stolz auf unseren Nationalpark und freuen uns über die höchste Naturschutzkategorie. Die Bewohner der Sächsischen Schweiz leben hier mit dem Nationalpark und von ganz vielen Menschen, die die Schönheit der Landschaft hier suchen und finden. Dazu machen die etwas ganz Absonderliches: Sie laufen im Wald rum. Auf ganz vielen großen und kleinen, breiten und schmalen, geraden und schlängeligen - Wegen. Das klappt wunderbar. Und das ist auch kein Spannungsfeld kontra Natur, sondern ein Einklang mit der Natur. Seit Caspar David Friedrichs Zeiten. Der ist übrigens gerade Boofen. In Berlin in der Alten Nationalgalerie:

Also Leute! Feuer im Nationalpark. Hinten übrigens abgesägte Baumstümpfe Waldinneres bei Mondschein. Vorne Leute bei hellem Feuer.

*) „Die Elbe ist eben kein Jangtsekiang“ ist ein Zitat aus einem von Andreas P. am 2. November 23:50 in das Stiegenforum eingestellten Beitrag. Bissl nach unten scrollen, der ganz lange Text ganz schön weit unten, herrlich geschrieben. Mensch, war der auf Brass. Am besten den Text in einer schönen Schriftart, z. B. Andron oder Garamond umformatieren und ausdrucken. Liest sich so viel schöner, als am Bildschirm.


Dazu passend: Wandertipp des BfN

Wir haben einen herrlichen November. Da wandert kein Mensch. Darum ist auch der November auch Dr. Rolf Böhms Geheimtipp-Wandermonat. Also, ich empfehle im November eine Wanderung auf dem Gratweg der Thorwalder Wände - ausdrücklich nicht. Das gilt als so „tierisch verboten“ dass dieser Weg nicht einmal auf den Böhm-Wanderkarten eingezeichnet ist.

Macht aber nichts. Wir haben hier ja das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Raufsurfen -> Karten und Kartendienste -> Schutzgebiete -> Sächsische Schweiz ordentlich ranzoomen. Klasse Karten haben die da:

Karte: Bundesamt für Naturschutz

Na, da kann es nicht so verboten sein. Achtung, nur in der ruhigen Zeit im November zugelassen. Ab Dezember laden die da wieder eine andere Karte auf ihren Server.


Der Nationalpark Harz holt uns ein

Nanu, schon wieder dicke Technik in den hintersten Ecken des Nationalparks?

Dr. Butter, der Chef der Nationalparkverwaltung, hat es schwer. So alt, wie der Bau ist der Pfusch am Bau. Aber normalerweise schert sich kein Passant groß, wenn eine Baumaschine mal einen Pflasterstein kaputt macht oder eine Lampe an einer Baustellensicherung nicht brennt. Da meckert höchstens der Polier.

Im Nationalpark ist das anders. Wenn ein Rücketraktor ein kleines Stück Sandstein kaputt macht oder ein DIN-unkonformer Dieselkanister im Wald rumliegt, hat Dr. Butter sofort eine gigantische Masse Aufpasser auf dem Hals. Das geht rum wie ein Lauffeuer:

Mitteldeutscher Rundfunk, Sachsenspiegel, 01.10.2012 Am 01.10.2012 im MDR. (Hoppla, Verweildauer abgelaufen. Wozu zahle ich eigentlich GEZ?)

Sächsische Zeitung Pirna (02.10.2012, S. 16.)
Nicht zuletzt das Internet: www.sandsteinwandern.de.
Ich nehme mich da nicht aus: Rücketraktor in der Kernzone.

Vielleicht ist gar der gesamte Nationalparkgedanke überholt? So eine brisante These von Christian Helfricht.

Natürlich ist das widersprüchlich. Auf der einen Seite wird mit Großtechnik versucht – Stichwort „Entwicklungs-Nationalpark“ – künstlich aus Natur Natur zu machen. Gleichzeitig projiziert man die vermeintliche Apokalypse der gesamten Menschheit auf den kleinen Wanderer. Was dann aber auch für ein Zufall: Nachdem die Holzvollernter abgezogen sind – ist auch der kleine Pfad gleich mitverschwunden. Ich zeichne gerade an einer Wanderkarte des Khaatals 1:10000 und bemerke in der Böhmischen Schweiz sehr ähnliche Symptomatiken. Und übrigens auch im Nationalpark Harz.

Es scheint tatsächlich etwas nicht zu stimmen mit unseren Nationalparks.

Rainer Brämer nennt das das „Bambi-Syndrom“: Der Mensch kommt im Natur-Bild des Menschen nicht mehr vor, so Brämer bereits vor 10 Jahren: Widersprüche. Die Jugend referiert Brämer mittlerweile im Antiveganforum. Antiveganforum. Weißwedel-Hirschkalb. Junge, Junge, was es so alles gibt.

Wenn ich wieder einmal ein bißchen Zeit habe, mach ich mit ein paar weitere Gedanken dazu und schreibe eine eine neue Draußensein-Seite. Jetzt muss ich aber erst wieder einmal Karte zeichnen.


Schwarzabriss im Nationalpark

Wenn man vom Winterberg in Richtung Zeughaus den Roßsteig entlangwandert, kommt man am Katzenstein vorbei. Dort stand linkerhand immer ein kleines romantisches Blockhaus ein kleines Stück mitten im Wald: Die Katzsteinhütte.

Die Hütte wird erstmalig im Meßtischblatt von 1932 verzeichnet. Vorher soll es in der Nähe eine andere Hütte gegeben haben, in welcher ein Leierkastenmann gewohnt haben soll, dem der Krinitzgrab-Mord zugeschrieben wird. Spätere Geschichten um diese Hütte ranken sich um Förster, Bergsteiger und Grenzer, die hier bis 1961 einen einsamen Posten unterhielten. Das war auch die Zeit, als das Stasi-Ferienheim Zeughaus gebaut wurde. Übrigens von Knackis, die 1953 bei denen in den Kahn gegangen sind.

Die Katzsteinhütte wurde, wie soeben gemeldet wurde, von der Nationalparkverwaltung abgerissen.

So eine olle Bruchbude weg - so mag man meinen, das ist nicht weiter schlimm. Nur: Es ist nicht die erste weggerissene Waldhütte. Die Thorwaldhütte - weg. Die Knorrehütte - weg. Die Dietrichsgrundhütte - übrigens erst vor ein paar Jahren mit einer wunderschönen Holzschindeldeckung restauriert - auch abgerissen. Kinder, offenbar steckt hier System dahinter. Übrigens nicht nur im Elbsandstein, sondern auch anderswo, z. B. im Nationalpark Harz. Aber das ist ein anderes Thema.

Foto: Privat


Webcams im Elbsandstein ...

Wer schon immer wissen wollte, wie gut die aktuelle Sicht ist, für den gibt es einen neuen Service. Ich bedanke mich beim Elbsandstein-Verlag Dresden und beim Hotel zur Ausicht Hohnstein für das neue Angebot.


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