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Naturschutz im Harz

Die Baggerliste

Ein deutsches Requiem

    Siehe auch:
    Harzer Hexensteig I (Vom Wandern in seiner reinsten Art)
    Harzer Hexensteig II (Praktischer Teil zu dieser Seite)

Eine Liste, die beklommen macht

Im Nationalpark Harz wurde 2011 ein neuer Wegeplan angenommen, der Wegeplan für den Nationalpark Harz 2011 – 2020 (ca. 3 MByte). Es gibt da eine Tabelle in dem Text, die mich beklommen macht. Es ist dies die Tabelle 8.4, Seiten 41 bis 43, „Rückbau Teil Niedersachen“, Stichtag 01.01.1997.

Ich habe dieser Liste einen Namen gegeben: Baggerliste.

Es hat mir fast den Atem genommen und den Herzschlag stocken lassen, als ich die Baggerliste das erste Mal gelesen habe. Die Baggerliste ist eine Liste von Wegen, die da, wie es heißt, „zurückgebaut“ worden sind. Systematisch, aufwändig, jahrelang und vor allem eines: massenhaft.

Dabei darf vermutet werden, dass die Baggerliste nur einen kleinen Teil der durch die Nationalparkverwaltung im Harz vorgenommenen Wegzerstörungen enthält. Sie umfasst nur den niedersächischen Teil und nur die Jahre 1997 bis 2009. Es darf vermutet werden, dass schon vor 1997 und auch im sachsenanhaltinischen Nationalparkteil Wegzerstörungen in ähnlichem Umfang vorgenommen worden sind. Und es wird weitergehen. Weitere geplante Wegzerstörungen für den Zeitraum 2011 - 2020 sind in der dem Wegeplan beigefügten „Renaturierungskarte“ aufgeführt. Laut Tabelle 8.3 soll sich der Wanderwegbestand in „Kategorie 3“ von 2011 bis 2020 noch einmal von 222,9 km auf 174,6 km verringen. Also soll da noch einmal ein Viertel aller Wege kaputt gemacht werden.

Zuerst dachte ich, es wären alles Druckfehler. Dann dachte ich, es sei ein Fake. Schließlich gelaubte ich, eine Aufgabe darin zu sehen, die Liste bewahren zu müssen und sie in 100 Jahren zur Aufnahme in das UNESCO-Weltdokumentenerbe anzumelden.

Sie hat mir keine Ruhe gelassen, die Baggerliste.


Was sind eigentlich Wege?

Tja, so ein Weg, dann ist er eben weg, so mag man meinen.

Vielleicht sind aber die Wege in unserer Landschaft etwas Heiliges?

Wege sind unsere eigenen Spuren, die wir über die Jahrhunderte in der Landschaft hinterlassen haben und die uns die Landschaft, in der wir leben, überhaupt erst erschließen. Ohne Wege wäre der Harz einer von den garstigen germanischen Urwäldern voller wilder Tiere, von denen Tacitus berichtet. Wir würden uns fürchten, hinter Wernigerode in den großen Wald zu gehen. Ganz zu Schweigen, dass es wir es ohne die Rodung des ollen Werniges aus dem Jahr 1121 kaum bis Wernigerode geschafft hätten. Mit der Zerstörung der Wege sperren wir uns selbst aus der Landschaft aus. Indem wir Teile des Raumes, in dem wir leben, unbetretbar machen, zerstören wir unseren eigenen Lebens-Raum.

Wege sind Kulturgut, Zeugnisse des Seins und Tuns, der Arbeit, der Liebe und des Empfindens unserer Eltern, Vorfahren, Altvorderen. Mit der Zerstörung der Wege schlagen wir dieses Erbe aus. Okay, dann eben fort mit dem alten Krempel, mag man meinen. Nur: Wenn wir nicht gewillt sind, das Erbe anzutreten, das durch unsere Kultur auf uns gekommen ist — dann müssen wir uns eine andere Frage gefallen lassen. Wie können wir dann legitimiert sein, Bewahrer eines (wie auch immer gearteten) Naturerbes zu sein?

Wege lassen uns die Natur erleben. Wege zerstören, heißt dem Menschen das Naturerlebnis zu verweigern.

Eine ganz traurige Argumentation hier nun ist diejenige, mit „der Natur, die es zu bewahren gilt“ (auf der einen Seite) und den „Touristen, die die Natur belasten“ (auf der anderen Seite). Unstreitig gibt es von Fukushima bis zur Planfeststellung der Umgehungsstraße im Nachbardorf zahllose kritisch zu bewertende Interaktionen Mensch – Umwelt. Das mag uns Angst machen. Wir retten die Welt aber nicht, indem wir ein vorgebliches „Spannungsfeld Naturschutz – Tourismus“ aus irgendeiner zubetonierten lanzarotanischen Küste in unseren Wald hineintragen und unsere Zivilisationsängste da hineinprojizieren. Denn dadurch wird die Erde auch nicht kälter.

Es gibt aber kaum ein harmloseres und unschädlicheres Sein des Menschen in der Landschaft, als wenn er da – einfach so – blos durchwandert. Wird dadurch etwa die Erde wärmer? Eher nicht.

„Natur bewahren“, du meine Güte! Die Natur ist doch kein kleines (Brämersches) Rehkitz, das wir mit ein bißchen streicheln irgendwie „bewahren“ könnten. Und die „blöden Touristen“, die die Natur so belasten: Wer ist das denn eigentlich? Das sind doch immer noch und nach wie vor — wir selbst.

Übrigens ist es eine lächerliche, kaum ernst zu nehmende Absolution die wir da glauben, erhalten zu können, wenn wir da etwa auf einem „ausgewiesenen erlaubten“ oder eben auch nicht-weggebaggerten Weg langwandern würden. Als ob uns das Unterlassen des Wanderns auf einem „verbotenen Weg“ von den Sünden in der Zivilisation rein waschen könnte. Und als ob wir dazu – ausgerechnet mit Wegwegbaggern – gezwungen werden müssten.

Ach, wenn es denn dem braven Rehkitzchen von Muhme Mirl nur etwas nützen würde! Dann würden wir gern zu Hause bleiben, anstatt in die Matra-Berge zu gehen.


Wir und unsere Natur

Meine Betroffenheit über die Baggerliste geht über aber bloßes „nicht Wandern dürfen“ hinaus. Was macht mich da so beklommen? Was schnürt mir da die Kehle zu?

Vielleicht ist es zunächst die Sprache? „Rückbau“, „Renaturierung“, „rückstandsfreie Entsorgung“ sind so beschönigende Hüllworte, Euphemismen. Die sind auch immer ein wenig verräterisch. Was könnte so ein Wort verraten? Na, das eigene schlechte Gewissen desjenigen, der es benutzt. Wenn ich etwas Baufälliges, etwa Nichterhaltenswertes beseitige, dann kann ich das doch ruhigen Gewissens beim Wort nennen. Das heißt dann Beseitigung oder Ab-Bruch oder Ab-Riss. Es ist überhaupt nicht erforderlich, einen Abriss als „Renaturierung“ schönzureden. Wenn mich dabei mein Gewissen nicht plagt. Es ist nur dann erforderlich, etwas zu beschönigen, wenn ich in mir selbst den Keim der Zweifelhaftigkeit meines Handelns verspüre.

Vielleicht ist es die Seelenblindheit? Nicht immer spricht die Baggerliste in Euphemismen. Oft genug steht da schon Klartext: „Beseitigung“. „Abriss“. „Versperrung“. Hier ist es kein schlechtes Gewissen mehr, was etwa drücken würde. Statt dessen wird ein erschreckendes Maß an Unverstand, Gefühlskälte und Seelenblindheit sichtbar, was nicht minder erschauern lässt.

Vielleicht ist es der Überglauben ans Technokratische? Was für ein Vokabular. Da ist von „Tiefenlockerung“, „Modellierung“, „Bodenaustausch“, „naturnahe Gerinneausformung“, „Brechung der Böschungskante“ die Rede. Hier wird vermeintliche Naturnähe ingenieurtechnisch herbeigeplant. „Einbringung von Felsen“. Das muss man sich zweimal durchlesen. Was soll das sein? Da kommt extra eine tonnenschwere Baumaschine voller Eisengerät und Hydraulik, um: Einen Felsen „einzubringen“. Um aus der Natur Natur zu machen. Geht sowas denn überhaupt?

Selbstverständlich niemals! Ach Kinder, wie dumm das doch ist! Was glaubt ihr denn, wie wenig Kraft unsere Mutter Erde hätte? Als dass sie unsere Spuren nicht von alleine tilgen könnte, wenn sie es denn auch nur für nötig befinden würde. Und auf der anderen Seite: Was bildet ihr euch ein, wie viel Kraft ihr selbst hättet? Mit einem Bagger! Kann man ein Rotkehlchen mit ArcGIS oder AutoCAD erfinden? Nicht einmal ein Sandkorn können all die Computer dieser Welt erfinden, ohne dass es vorher schon ein Kristallgitter und ein Atom geben würde.

Wie vergeblich solch ein Handeln doch ist. Der Wald ist doch kein Stabilbaukasten, dass man da mit einem Tiefbaugerät ein bißchen Natur draußen dranschrauben könnte. Da nützt es auch nichts, wenn wir uns zusammenreißen und unter Aufbietung all unserer Kräfte „Renaturierung“ machen wollen. Und dann fahrt ihr mit Dieselmotoren da hoch in den alten Wald. Und bringt „Felsen ein“. Was können sie denn ausrichten, all die Bagger und Tiefenpflüge? Ach, ihr Naturschutz-Planer, rechnet euch doch selber einmal aus, was so ein Bloßstock wiegt. Oder wie viele Atomkraftwerke vor sich hinschnurren müssten, wenn man es mit Strom versuchen würde, all die grönländischen Gletscher immer schön am Kalben zu halten. Wir Menschen sind ohnmächtig und winzig und unsere Kraft ist beschränkt. Kein bißchen Natur kann man irgendwie „machen“ oder „schaffen“.

Das heißt allerdings nicht, dass man mit so einem Bagger überhaupt nichts ausrichten könnte. Man kann mit einem Bagger jede Menge Kultur — kaputt machen.

Ach, die Natur. Wie schnell keimt da ein kleines Kräutchen und wurzelt und wächst:

Was ist so ein Eisenbagger nach 100 Jahren für ein großer Rosthaufen. Aber was ist dann vielleicht gewachsen, aus so einer winzigen Buchecker?

Nur die Kultur, die kann nicht von neu aus einer Buchecker keimen. Man kann sie auslöschen. Die alten Wege, die der Bagger wegebaggert hat, die sind unweigerlich weg und vernichtet. Und die kommen dann auch nicht wieder herzu.

Solange sich da nicht Menschen finden, die da wieder entlangwandern. Aber das wird nicht so einfach sein. In dem großen alten hercynischen Urwald des Tacitus.


Die Baggerliste

Festhalten. Tief durchatmen. Hier ist sie.

Quelle: Wegeplan für den Nationalpark Harz 2011 - 2020. Anhang 8, Tabelle 8.4, Seiten 41 bis 43. Liste der Maßnahmen Rückbau, Teil Niedersachsen. Ab Stichtag 01.01.1997.

„1. 1997 Rehberg 496 Rückbau der Teerdecke im Anfangsbereich Fischbachstraße (Ersatzmaßnahme für Leitungsbau) ca. 100 m

2. 1997 Oderhaus 622 Rückbau Parkbucht

3. 1997 Acker 537, 538 Rückbau Weg am Großen Breitenberg/Acker; Bodenaustauschverfahren ca. 660 m

4. 1997 Wolfstein 84, 85, 90 Ettersweg; ca. 930 m, Brechung der Böschungskante, Lockerung des Oberbodens, Pflanzung

5. 1997 Wolfstein 90, 94 Waldarbeiterschneise, ab Wildtierbeobachtungsstation; ca. 1.100 m; Pflanzung von Grassoden und Bäumen, Einbringung von Felsen; Kleingatter im Anfangsbereich

6. 1997 Torfhaus 121 Bruchweg (an B 4); ca. 130 - 140 m; Auflockern d. Oberbodens

7. 1997 Torfhaus 146, 148, 149, 162, 165 mehrere Rückewege; insg. ca. 2.400 m, jeweils Anfangs- und Endbereich auf ca. 20- 30 m mit Material zugeworfen, Rest sich selbst überlassen

8. 1997 Acker 540 Rückeweg - Abzweigungen ca. 10 m; Verschmälerung der Wegeeinfahrt, Aufreißen des Bodens, Graseinsaat

9. 1997 Torfhaus 269, 270, 291 Oderbruchweg Süd; insg. ca. 1.000 m, Zugang versperrt; sich selbst überlassen

10. 1997 Acker 524-536 Teil des alten Reitstieges (südwestl.); ca. 1.400 m, Anfangsbereiche im Bodenaustauschverfahren; alle Durchlässe entfernt, Rest sich selbst überlassen

11. 1997 Acker 281, 312 Heidelbeerschneise oberhalb Clausthaler Flutgraben; Bodenaustauschverfahren ca. 710 m

12. 1997 Torfhaus 146 Ende Ulmer Weg; ca. 200 m, Weg auf ganzer Länge mit Material zugeworfen

13. 1997 Torfhaus 168 Anfang von 2 Rückewegen; insg. ca. 650 m, davon ca. 50 m im Bodenaustauschverfahren; Rest sich selbst überlassen

14. 1997 Torfhaus 170, 171 Dolomitenweg und Parallelweg; ca. 980 m, Anfangsbereiche mit Material zugeworfen, Rest sich selbst überlassen

15. 1997 Torfhaus 184, 185, 186 Rückeweg parallel zum Quitschenberger Weg; ca. 1.550 m, Weg sich selbst überlassen

16. 1997 Torfhaus 125, 126 Rückeweg ca. 300 m

17. 1998 Königskrug 357, 396 Unterer Milliardenweg; Gesamtrückbau jeweils Anfangsbereiche auf ca. 100 m mit Bagger, Rest sich selbst überlassen; insg. ca. 500 m

18. 1998 Bruchberg 305, 205 Heidelbeerschneise, Stichwege; ca. 100 m im Bodenaustauschverfahren; Abt. 205 ca. 150 m

19. 1998 Rehberg 491, 551 Weg zum Goetheplatz; ca. 200 m, sich selbst überlassen

20. 1998 Acker 349, 387 Hammersteinweg ab Furt; Durchlässe beseitigt, Aufbrechen der Fahrbahnbefestigung ca. 200 m (insg. ca. 700 m)

21. 1998 Schluft 475 Rückewege auf dem Acker, ca. 2,5 km insgesamt, Bodenaustauschverfahren

22. 1998 Oderhaus 649, 653, 658, 659 Schaufenhauer Talweg; ca. 1.620 m, Wendestelle neu, Auflockerung der Fahrspur, Rohrdurchlässe beseitigt, Rückbau Wegeanfang und -ende

23. 1998 Oderhaus 620 Rückbau Rückewegeanfang

24. 1998 Königskrug 161, 397 Beseitigung von insgesamt 4 Durchlässen/ Brücken an Rückewegen an der B 4; davon 3 in Abt. 161, 1 in Abt. 397

25. 1999 Acker 348 Rückbau illegaler Parkplatz Magdeburger Hütte

26. 1999 Acker 321 Abriss Skihütte Bruchberg

27. 1999 Acker 308, 309 Stichweg oberhalb Kariushütte, Bodenaustauschverfahren, ca. 220 m

28. 1999 Wolfstein 113 Fuhlelohnsweg / Grenzweg, Umbau zur Furt

29. 1999 Wolfstein Wildtierbeobachtungsstation bis Sellengründerweg, ca. 250 m; Rückbau wie oben

30. 1999 Acker 321 Rückbau Weg vom Sendemast zur ehemaligen Skihütte am Bruchberg; Entsorgung des Materials, Bodenaustauschverfahren ca. 190 m

31. 1999 Rehberg 451, 406 Rückewege; Zugang versperrt; sich selbst überlassen ca. 700 m

32. 2000 Oderhaus 609 Abriss Kamphütte

33. 2000 Torfhaus 121 Bruchweg bis Kurve ca. 480 m; komplette Renaturierung (Wegematerial genutzt für Ausbau Rodelbahn Torfhaus)

34. 2000 Schluft 511, 512 Rückeweg oberer Teil; Bodenaustauschverfahren ca. 1,5 km

35. 2000 Torfhaus 268 Abriss Forstdiensthütte incl. Entsorgung

36. 2000 Oderhaus 634 Abriss Forstdiensthütte

37. 2000 Acker 515, 519 Rückbau Teil des alten Reitstieges; Bodenaustauschverfahren; ca. 820 m

38. 2000 Oderhaus 596 Abriss Forstdiensthütte

39. 2000 Bruchberg 234a, 247b, 249c, d, 273a1 Oderteich, verschiedene Rückewege im Bereich; Lockerung des Oberbodens mit Pflanzung Fichte aus dem Seitenraum; in Abt. 234a ca. 300 m; Abt. 247 ca. 300 m; Abt. 249c/d ca. 200 m; Abt. 273a1 ca. 300 m

40. 2000 Oderhaus 649 Abriss Forstdiensthütte

41. 2000 Königskrug 571 Parallelweg zum Brunnenbachsweg; 500 m befestigter Rückeweg, Gesamtrückbau der Anfangsbereiche jeweils ca. 100 m, Rest sich selbst überlassen

42. 2000 Rehberg 330, 367 Rückeweg ca. 300 m, sich selbst überlassen

43. 2000 Oderhaus 638 x1 Abriss Scheune

44. 2001 Schluft 511, 512, 513 Rückeweg unterer Teil; Bodenaustauschverfahren ca. 2,0 km

45. 2001 Oderhaus 595, 596, 597 Wanderweg Rinderstall; ca. 970 m; Bäume über den Weg gefällt, 2002 Abriss einer Brücke (nach Verlegung Wanderweg)

46. 2001 Königskrug 572 Rückeweg am Silberteich; ca. 380 m Gesamtrückbau der Anfangsbereiche auf jeweils ca. 100 m mit Bagger, Rest des Weges mit Bagger aufgerissen, sich selbst überlassen.

47. 2001 Schluft/ Jagdhaus 686, 716 Rückbau Rangentalstraße bis auf die ersten 150 m; Anfangsbereich absperren, sich selbst überlassen

48. 2002 Bruchberg 229 Schwarze-Tannen-Weg; ca. 50 m im Einmündungsbereich an der B 6 rückgebaut, Material entfernt (für Renat. Parkplatz Rolofstal); Rest sich selbst überlassen; Gesamtlänge ca. 400 m

49. 2002 Jagdhaus 758 Winkelscher Graben; Zugang versperrt, Saat im Eingangsbereich, ca. 920 m

50. 2002 Jagdhaus 739, 740, 748, 749 Mittelbergweg; Zugang versperrt, Wasserführung hergestellt; Saat in den Eingangsbereichen, ca. 2.600 m

51. 2002 Wolfstein 3, 4, 5, 12, 13 Wegerückbau Blaubachweg und Neubau einer Wendestelle; Aufreißen der Fahrbahn mit Bagger am Anfang und Ende auf jeweils ca. 150 m; Einsaat von Bucheckern in aufgelockerten Boden

52. 2002 Jagdhaus 768 Abzweig Heuerweg; Zugang versperrt, Wasserführung hergestellt. Saat im Eingangsbereich auf ca. 400 m

53. 2002 Oderhaus 666 Rolofstalparkplatz; im Zuge d. Rückbaus Schwarze-Tannen-Weg wurde das Material zum Rückbau des Parkplatzes verwendet

54. 2002 Bruchberg 205, 206 Märchenweg, 3 Durchlässe sowie ca. 50 m Weg vom Fahrweg, der nicht Wanderweg ist, rückgebaut; Lockerung des Oberbodens mit Pflanzung Fichte aus dem Seitenraum; Rest sich selbst überlassen; Gesamtlänge ca. 400 m

55. 2002 Königskrug 438 Abriss Fuchsbauhütte

56. 2002 Jagdhaus 707, 716, 717, 721, 738 Mittelberghangweg; Zugang versperrt, Wasserführung hergestellt. Saat in Eingangsbereichen auf ca. 2.500 m

57. 2002 Wolfstein 63a1 Abriss Forstdiensthütte

58. 2003 Wolfstein 63 Sperrung Teilstück des Weges über den Brand, Sukzession

59. 2003 Königskrug 399 Königskopfweg, Rückbau auf 200 m

60. 2003 Königskrug 572 Brunnenbachsweg, Rückbau auf 150 m

61. 2003 Königskrug 354, 355, 356 Rückbau Unterer Hangweg

62. 2003 Wolfstein 63a1 Abriss Rübenbunker

63. 2003 Wolfstein 82, 83 Aufgabe Wanderweg, Sukzession

64. 2003 Königskrug 594 Abriss Kamphütte

65. 2003 Schluft 424, 529 Rückbau Rückewege auf dem Acker, ca. 810 m

66. 2003 Rehberg 329 Rehbachweg, Rückbau 260 m; Anlegen einer Wendestelle

67. 2004 Wolfstein 26c,27a1 Wegerückbau durch Tiefenlockerung und Modellierung auf 150 m, Anbindung der Gewässer, Abriss von 5 Gebäuden; Rückbau insg. ca. 600 m Weg

68. 2004 Acker 309 Bruchberghüttenweg; Wegerückbau 610 m

69. 2004 Torfhaus 244, 245, 246 Rückbau Parallelpfad zur Schierker Str.; Pfad ist zugewachsen, bei Strukturmaßnahmen wird zusätzlich Reisig aufgeworfen

70. 2004 Rehberg 459a Weg zum Rehberg; vorderste 200 m noch erhalten; dann 150 m aktiver Rückbau; Rest sich selbst überlassen; insg. 800 m

71. 2004 Torfhaus 118b1 Wegerückbau Höhenweg durch Tiefenlockerung und Modellierung auf 100 m; insg. ca. 500 m aufgegeben

72. 2004 Rehberg 329 Rest des Rehbachweges; ca. 210 m aktiver Rückbau, Rest sich selbst überlassen; insg. ca. 500 m (Weg im Moorbereich bereits in 1996 rückgebaut)

73. 2004 Bruchberg 182c Rückbau Parkplatz "Hedwigsblick"; Übererdung des Asphalts mit Material aus dem Rückbau Bruchweg, Demontage der Leitplanken

74. 2004 Torfhaus 121a1 Wegerückbau Bruchweg; Teilstück zur Baste, durch Tiefenlockerung, Materialentsorgung und Modellierung auf 380 m

75. 2005 Bruchberg 274, 275, 276 Oderteichweg; Aufreißen mit Gräder auf gesamter Länge, auf 850 m vorherige Beseitigung des randlichen Fichtenaufwuchses mit Gräderschild, anschließende Ausbringung von autochthonem Fichtensaatgut

76. 2005 Rehberg 580, 550 Raufenweg; Rückbau mit Bagger auf 280 m Länge, alte Hangneigung wiederhergestellt, Ausbau zweier Durchlässe und Einfallschächte und naturnahe Gerinneausformung

77. 2005 Rehberg 453, 490, 550 Oderweg; Rückbau mit Bagger auf 220 m, Rückbau von 7 Einfallschächten und Durchlässen auch im weiteren Wegeverlauf

78. 2006 Wolfstein 24 Ringweg; Rückbau zweites Teilstück auf ca. 400 m Gesamtlänge mit Bagger; Rückbau von 6 Beton-Rohrduchlässen und 1 Einfallschacht, tlw. mit Buche bepflanzt; Rückbau Wildfütterung

79. 2006 Wolfstein 54 Rückbau Eingang Paulischneise; Anlage eines Grabens (1,2 m tief und 10 lang) und Einbau des Aushubs als Querwall auf dem Eingang der Paulischneise

80. 2006 Wolfstein 60 Rückbau Teilstück Eckertalstraße einschl. Stützmauer; Abriss und rückstandsfreie Entsorgung der Stützmauer (Beton) an der Ecker (Länge 40 m, Höhe 1,80 m). Wegerückbau mit Bagger auf Gesamtlänge ca. 500 m, tlw. bepflanzt

81. 2006 Wolfstein 60 Brückenabriss an der Ecker; Abriss und rückstandsfreie Entsorgung nur des Tragwerks (Stahlbeton-Plattenbalken 6x10 m)

82. 2006 Königskrug 322, 323 Rückbau Teilstück Oberer Hangweg

83. 2006 Königskrug 577 Rückbau Wildfütterung; Abriss und rückstandsfreie Entsorgung

84. 2007 Rehberg 449 Sarghaiweg, Sackgasse; sich selbst überlassen (Sukzession)

85. 2007 Oderhaus 608/609 Abriss der Wanderschutzhütte Lausebuche

86. 2008 Rehberg 562 Wanderschutzhütte 2007/2008 in Abstimmung mit dem Harzklub nach Sturmschaden entsorgt

87. 2008 Königskrug 394, 436, 437 Rückbau Grüner Weg

88. 2008 Torfhaus 200 Abriss Wanderschutzhütte Quitschenberg (Ersatz Eckersprung ST)

89. 2009 Schluft 419, 420 Rückbau Schlufter Kopfweg bis auf Anfangsbereich; Sperrung durch Baumfällung; keine weiteren Maßnahmen

91. 2009 Wolfstein 49 Abriss Wanderschutzhütte Uhlenkopf

92. 2009 Wolfstein 86 Abriss Fütterung

93. 2009 Oderhaus 658 Abriss Fütterung Erikabrücke“

Ich denke an Hans-Christian Andersen, der oft ein trauriger Mensch war. Ich setze mich in eine Ecke und trauere um die vielen schönen Wege, die es vor 100 Jahren einmal im Harz gegeben hat.

 

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Hoffnung

Aber vielleicht geht es auch wieder einmal andersherum?

Vielleicht in 100 Jahren? Man wird dann vielleicht wieder einmal zu Walpurgis um den Blocksberg herumfliegen. Statt mit einem Besen mit einem Laserscanner. Und der macht ein Höhenmodell, mit dem man zentimetergenau unter die Bäume gucken kann. Und der Hexer ist dann der Chef-Altwegeforscher der Nationalparkverwaltung. Der sitzt da auch in 100 Jahren noch vor einem Computer. Da soll es wirklich einmal ganz früher so viele kleine Wege und Pfade gegeben haben. Kein Mensch erinnert sich mehr daran. Und im Gelände kann man auch nichts mehr erkennen. Die alten Papierkarten hat längst der Säurefraß geholt. Und als die die digitalen Karten gemacht hatten, da hatte es die alten Wege bereits schon nicht mehr gegeben.

Aber, ist das nicht wirklich Hexerei? Mit Hilfe der zarten Höhenlinien kann man all die vielen Weglinien wieder haarfein erkennen und wunderbar rekonstruieren:

Datengrundlage: Digitales Bodenmodell aus der 2005er
Laserscanning-Befliegung der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, Institut für
Photogrammetrie und Fernerkundung an der TU Dresden
Altwege am Kipphorn, Großer Winterberg, Elbsandsteingebirge. Datengrundlage: Digitales Bodenmodell aus der 2005er Laserscanning-Befliegung der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung an der TU Dresden

Ach, was haben die damals, vor 100 Jahren für einen Quatsch gemacht, als die die alten Wege weggebaggert haben. Junge, Junge. Doch nun gibt es einen neuen Forschungsstand und neue Technik und neue Veröffentlichungen. Und zum Glück eben, die Höhenmodelle. Und wieder können Bagger kommen. Und die können dann die alten Weghohlen wieder in das Gelände – reinbaggern.

Die alte Mutter Gäa guckt verwundert zu. Was diese Menschen da nur unentwegt rumbuddeln, mit so kleinen Baggerlöffelchen. Die doch winzig sind, gegenüber der Tambora auf Sumbava. Ach, wenn diese Menschen nur erst wieder Zehntausend Jahre von dieser Erde verschwunden sein werden: Was für eine herrliche Super-Naturlandschaft würden wir dann hier wieder haben.

Dazu braucht es kaum viel mehr — als ein paar winzige Bucheckern.

05.05.2012
14.11.2012, Durchsicht
07.05.2013, Überarbeitung
07.01.2015, Überarbeitung
07.07.2016, Links aktualisiert

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