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Was Böhmwanderkarten ausmacht ...

Wie Wege in Böhmwanderkarten dargestellt sind

Der wichtigste Karteninhalt einer Wanderkarte ist das Wegenetz, wobei auch Straßen mit zum Wegenetz rechnen, denn der Übergang ist ein fließender: Früher waren alle Straßen einmal Wege. Der alte Weg, den schon die alten Slawen vor 1000 Jahren benutzten, um aus dem Gau Nisan nach Budissin zu gelangen, ist heute unsere schöne Bundesstraße B6. Und manch mittelalterliche Boten-, Heer- oder Handelsstraße ist heute nur noch ein kleiner Wanderweg.

In Böhmwanderkarten sind die Wege so detailliert dargestellt, wie in nur wenig anderen Karten. Das Vorbild bilden das Messtischblatt und die Karten der Schweizer Landestopographie. Nur so lässt sich ein übersichtliches und lebendiges Kartenbild erzielen, bei dem man auch bei komplizierten Wegkreuzungen und -verläufen im Gelände immer erkennt, dass man richtig ist.

Von der Autobahn bis zu völliger Weglosigkeit gibt insgesamt 15 Stufen.

In der Legende erscheinen 11 Signaturenstufen, die sog. Vollklassen. Außerdem gibt es sog. Halbklassen, mit der das System der Wege bei der Feldaufnahme zusätzlich verfeinert werden kann. Bei der Reinzeichnung werden die Halbklassen grundsätzlich zur nächst niederen Vollklasse „heruntergeneralisiert“. Manchmal ist aber auch die Wiedergabe einer Halbklasse in der Karte nützlich, um Feinheiten im Wegenetz auszudrücken. Eine Halbklasse entsteht, indem eine Vollklasse in 2 Zwischenstufen – A und B – unterteilt wird. Die B-Klasse ist dann die die Legendenstufe darstellende Vollklasse, die A-Klasse die ½ Signaturenstufe darüber befindliche Halbklasse. Eine spezielle Halbklasse ist die Pfadspur unterhalb des Pfades, diese wird in jedem Fall dargestellt und nicht zu ohne Weg „abgerundet“.

Jeder Legendenstufe ist ein „Weggewicht“ zugeordnet, das von von 0 (ohne Weg) bis 200 (Autobahn) reicht. Dabei entspricht ein Unterschied von 20 einer Klasse, eine Differenz von 10 einer Halbklasse. Vollklassen erkennt man also daran, dass sie ganze Vielfache von 20 sind.

Wie in der Schule gibt es 10 Klassen, wobei die Autobahn der „Kindergarten“ ist und nicht mitzählt. Jede Klasse hat eine Abkürzung, die in den Feldbüchern benutzt wird. Es gibt folgende Klassen und Halbklassen:

Autobahn   Autobahn 200 AB

1. Klasse: Fernstraße   1. Klasse: Fernstraße (zwei- und mehrspurig) 160 S3

2. Klasse: Überlandstraße   2. Klasse: Überlandstraße (zweispurig) 140 S2

3. Klasse: Landstraße   3. Klasse: Landstraße (anderthalbspurig) 120 S1½

4. Klasse: Nebenstraße   4. Klasse: Nebenstraße (einspurig) 100 S1

5. Klasse A: Schwerer Weg   5. Klasse A: Schwerer Weg 90 UW+

5. Klasse B: Unterhaltener Fahrweg   5. Klasse B: Unterhaltener Fahrweg 80 UW

6. Klasse A: Leicht unterhaltener Weg   6. Klasse A: Leicht unterhaltener Weg 70 WW+

6. Klasse B: Feld- und Waldweg   6. Klasse B: Feld- und Waldweg 60 WW

7. Klasse A: Rückeschneise   7. Klasse A: Rückeschneise 50 RS

7. Klasse B: Fußweg   7. Klasse B: Fußweg 40 FW

8. Klasse A: Pfad (stark begangen)   8. Klasse A: Pfad (stark begangen) 30 PF+

8. Klasse B: Pfad   8. Klasse B: Pfad 20 PF

9. Klasse (Halbklasse): Pfadspur   9. Klasse (Halbklasse): Pfadspur 10 PS

10. Klasse: ohne Weg   10. Klasse: ohne Weg 0 OW

Nach oben ist das System nicht ganz perfekt ausgefeilt und bietet noch Raum, um erweitert zu werden. Vollklasse 180 ist für eine einfahrbahnige sehr breite Straße reserviert, Fahrbahnbreite etwa 12 m und darüber, also 4 und mehr Fahrspuren, sog. S4. Zwischen den einspurigen Straßen und den Autobahnen werden oft noch Kraftfahrstraßen mit zwei getrennten Fahrbahnen, jedoch unter Autobahnausbau kartiert. Und auch die Autobahn lässt sich noch mit Vollklassen über Gewicht 200 erweitern, 4spurig, 6spurig, 8spurig ...

All das spielt in Wanderkarten aber eher keine große Rolle.

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