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Wegezeichen

Zeichen mit einer feinen Grammatik ...

Schöne alte Wegemarke

Wegemarken sind so etwas wie Schrift oder Baßgitarre. An gut markierten Wanderwegen werden sie kaum wahrgenommen. Man wandert, wie von unsichtbarer Hand geleitet. An Wegemarken denkt man erst, wenn sie auf einmal fehlen.

Links hierzu:

Handlungsempfehlungen Sachsen
SLK Projektstudie (200 Seiten)
Wegewartmappe forsten.sachsen
Wegemarkierungen Landkreis Bautzen

Markierungshinweise Ökumenischer Pilgerweg

Sachsen

In Sachsen gibt nach den Empfehlungen des Landesfremdenverkehrsverbandes die beiden Merkmale Form und Farbe:

Punkt
Strich (oder heraldisch korrekt: Balken)

Apropos: Heißt es Balken oder Strich? Das Wandervolk wandert meist auf dem „blauen Strich“, und die Wegemeister kürzen die blaue, rote, grüne, gelbe Markierung mit BlS, RoS, GrS, GeS ab. (BlP, RoP, GrP, GeP sind die Punktmarkierungen). Allerdings – Wegemarken sind Heraldik und ein Strich ist heraldisch niemals ein Strich. Sondern entweder Balken – oder Pfahl – womit zugleich auch die Laufrichtung beschrieben wird.


Harz

Noch besser gefällt mir das Wernigeröder System mit den fünf Formen Punkt, Balken, Dreieck, Viereck und Andreaskreuz.

Wegmarken im Harz

Der Punkt
Der Balken
Das Dreieck
Das Viereck
Das Andreaskreuz

Früher gab es diese Zeichen auch einmal in der Sächsischen Schweiz. Andreaskreuz und Dreieck wurden aber um 1982 in andere Markierungen überführt. Seinerzeit erfolgte eine länderübergreifende tschechisch - polnisch - ostdeutsche Wegemarkenharmonisierung, übrigens auf Initiative der Tschechen, die für ihre hochwertige Wegemarkierung bekannt sind (Quelle: Dietmar Eichhorn, Leutersdorf).

Wenn man ein altes verwittertes blaues Andreaskreuz entdeckt: Das war früher einmal die Marke des Saarschlesischen Wanderweges. Ein einsames rotes Dreieck gibt es z. B. am Sebnitztalweg unterhalb von Kohlmühle.

Ähnliche Wegemarkierungen

Der Taunusklub nutzt ein ähnliches System, u. a. mit Balken und Punkt, sowie weiteren Zeichen.
Sehr sympathisch sind auch die Wegemarkierungen Naturpark Hoher Vogelsberg, die außer Balken und Punkt auch die früher im Elbsandstein noch benutzten Zeichen Hohldreieck, Ring, sowie unser Andreaskreuz verwenden.

Sondermarkierungen

Solange sich nur gelegentlich ein Lehrpfad oder eine Sondermarkierung durch die Landschaft schlängelt, kann es noch übersichtlich bleiben. Mancherorts gibt es aber einen ganz schönen Schilderwald im Wald: kryptische Nummern- und Buchstabencodes, Eichhörnchen, Herzchen, Kringelchen und Tannenbäumchen. Dazu ein Wanderweg der deutschen Einheit, ein EB-Weg, E3-Weg, ein Fernwanderweg und ein paar Kurort-Terrainwege.

Wegweiser am Gohrisch

Und dann heißt es: Herr Kartograph, ihre Karte ist aber unübersichtlich. Ach, und Radwanderwege, Skiloipen und Reit- und Kutschwege sind ja auch nicht auf den ersten Blick erkennbar ...

Lehrpfade

An die Wanderwegemarken schließen oft Lehrpfade an.

Der „Backslash“ markiert Lehrpfade
Wenn ein Lehrpfad falsch markiert wurde, kommt er auch falschrum in die Karte ...

Der Malerweg

Der Malerweg ist der Hauptwanderweg des Elbsandstein.

Rasterdefinition mit Halbtönen. Keine SVG-Datei Rasterdefinition mit Halbtönen. Keine SVG-Datei Rasterdefinition mit Halbtönen. Keine SVG-Datei
Die erste Glyphe Viel zu spack
XE brown XE black

Kein einfacher Fall für den Signographen. Die obere Zeile beginnt mit dem Original-Malerweglogo des Entwurfsverfassers media-service gaens, welches die Ausschreibung des Tourismusverbandes gewonnen hatte. Es folgen zwei übliche Adaptionen, zunächst der Übergang Sandsteinbraun in Schwarz, dann eine Verstärkung. Diese Zeichen zeigen sämtlich Halbtöne, sind also keine echten Glyphen.

Die zweite Zeile beginnt mit meinem Erstentwurf, in welchem ich das Originalzeichen zunächst für eine Verwendung als Wegemarkierung und Kartensignatur binärisiert und zugerichtet habe. Es folgt die tatsächlich im Gelände angebrachte Glyphe. Diese habe ich dann auch tatsächlich genutzt, bin damit aber nicht so richtig glücklich geworden. Viel zu spack.

Mit etwas Abstand habe ich mich noch einmal an das Logo gesetzt. Herausgekommen sind die in der dritten Zeile gezeigten Glyphen, der sog. „XE-Entwurf“. Derzeit im Test.

So viel Arbeit kann so ein kleines Zeichen machen!

Internationaler Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach - Budapest

Der Internationaler Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach - Budapest wurde am 29. Mai 1983 eröffnet und steht sogar in der Wikipedia.

Das Zeichen wurde für den Gebrauch als Kartensignatur etwas zugerichtet.

Steinbruchpfad

Der Steinbruchpfad führt von Stadt Wehlen durch die Wehlener und Zeichener Steinbrüche.

Bitte nur für den Steinbruchpfad nutzen. Das Zeichen ist unter Nr. 304390054 als Wort-Bildmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen, Markeninhaber Andreas Bartsch, Dresden.

Kurterrainwege Gohrisch

Rund um Kurort Gohrisch gibt es seit 1996 sieben Kurterrainwege.

Lehrpfad Gohrisch

Seit Ausserdem gibt es einen rund um den Gohrisch verlaufenden blauem L gekennzeichneten Lehrpfad, den die Schule Papstdorf angelegt hat.

Sächsischer Weinwanderweg

Der Sächsische Weinwanderweg führt von Pirna nach Seußlitz.

Nicht ganz das Originallogo, sondern auch hier eine behutsame kartographische Adaption. Im Originalentwurf ist die Traube noch vierreihig. Das „Sachsen-S“ im oberen Teil sollte eigentlich der Zurichtung ganz zum Opfer fallen. Bei der Feinarbeit hat sich aber herausgestellt, dass eine Erhaltung doch noch möglich ist. Immerhin stehen für den Buchstaben nur 0,9 mm Kegelhöhe zur Verfügung - das sind weniger, als 3 typographische Punkte!

Eichgraben

Im Zittauer Ortsteil Eichgraben gibt es fünf Eichblatt-Wanderwege. Auch hier war offenbar ein Grafik-Designer am Werk ...

Zittauer Gebirge

Skiloipenmarkierungen

Ziffernzeichen

Die Löbauer Ziffernzeichen

Nikolsdorfer Wände

In Leupoldishain gibt es drei örtliche Punktwanderwege

Riesengebirge

Andreas Stötzner, www.signographie.de, hat mir Wegemarken aus dem Riesengebirge mitgeteilt. Ein Zeichensystem, das von Stötzner kommt, muss etwas besonderes sein. Zeichen, wie von einem anderen Stern und doch seltsam vertraut.

Hat erst einmal der zweite Blick diese 10 Graphen verinnerlicht, ist Verlaufen kaum noch möglich - vorausgesetzt, es ist gut markiert ...

Klínovky, Labská bouda,
Luční bouda, Martinova,
Mísečky, Pec,
Petrova bouda, Sněžka,
Špindlerova bouda, Špindlerův Mlýn.

Es ist ein Vergnügen, solche feinen Zeichen nachzuschneiden.


Hier spricht der Wegemarken-Unterfeldwebel

Man markiert natürlich nicht mit irgendwelchen Farben, die vom letzten Fahrradanstrich noch im Bastelkeller rumstehen. Die handwerklich sauber angebrachte Wegemarke hat eine RAL-Farbe:

  • Wegemarkenfarbe Blau: RAL 5010 Enzialblau
  • Wegemarkenfarbe Rot: RAL 3000 Feuerrot
  • Wegemarkenfarbe Grün: RAL 6018 Gelbgrün
  • Wegemarkenfarbe Gelb: RAL 1004 Goldgelb
  • Wegweisergrundfarbe: Entweder (Landesfremdenverkehrsverband) RAL 6010 Grasgrün oder (Sächsische Schweiz) RAL 6005 Moosgrün
Nur ganz unerfahrene Wegemarkierer argwöhnen hier typisch deutsche Überregulierung. Der Stylist weiß: Ein Wegekringel in Baumarkt-Blautürkisgrün ist genauso unstylish wie ein Graffiti auf einer Schmalspurbahn-Dampflok.

Merke außerdem: Wegemarkengröße 100 x 100 mm. Balkenstärke 33 mm. Punktdurchmesser 60 mm.


Ein typographisches Experiment

Wie definiert man am besten ein Zeichen? System- und programmunabhängig, leicht handhabbar, skalierbar, mit einer Farbdefinition, graphisch exakt und jederzeit mit möglichst beliebiger Software reproduzierbar?

Gute Ideen stecken oft im Detail. SVG ist eine weitverbreitete Internet-Vektorsprache. SVG enthält u. a. mit dem A-Kommando des <path>-Elementes eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Beschreibung von Linienzügen. Insbesondere ist hier die endpoint parametrisation von Ellipsenbögen ein sehr praktischer Ansatz, den es in dieser Form bei Truetype, Postscript, AutotCAD, Freehand und OCAD nicht gibt:

A 200,300 15 0,0 725,240 heißt: Zeichne einen Ellipsenbogen von der aktuellen Cursorposition nach Punkt 725,240, Ellipsenhalbmesser 200 und 300, Neigung der großen Halbachse 15° und dann gibt es noch zwei Flags, die hier beide Null sind. Damit bekommt man jede kartographische Signatur hin! Dieser Ansatz hat mir so gefallen, dass ich ein kleine Teilmenge der Internet-Vektorsprache SVG nutze, um kartographische Signaturen zu definieren. Die jeweilige SVG-Datei liegt unter den Bildern.

Siehe hierzu auch ausführlich meine SVG-Seite.


Sehr fein gestaltete Formen sind als kleine Kartensignaturen oftmals ungeeignet, wenn man sie nicht etwas vereinfacht. Die Wegemarken dieser Seite wurden kartographisch zugericht, es handelt sich also um Kartensignaturen, nicht um die Originalbefunde der Wegemarken. Die Farben wurden für den Vierfarb-Offsetdruckprozess CMYK angelegt. Die RGB-Darstellung kann geringfügig von den Originalfarben abweichen.

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