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Wegezeichen
Zeichen mit einer feinen Grammatik ...
Wegemarken sind so etwas wie Schrift oder Baßgitarre. An gut markierten Wanderwegen werden sie kaum wahrgenommen. Man bemerkt sie erst, wenn sie auf einmal fehlen. Sachsen
In Sachsen gibt nach den Empfehlungen des Landesfremdenverkehrsverbandes die beiden Merkmale Form und Farbe:
Harz
Noch besser gefällt mir das Wernigeröder System mit den fünf Formen Punkt, Balken, Dreieck, Viereck und Andreaskreuz.
Früher gab es sie auch in der Sächsischen Schweiz. Wenn mann ein altes verwittertes blaues Andreaskreuz entdeckt: Das war früher einmal die Marke des Saarschlesischen Wanderweges. Sondermarkierungen Darüber hinaus gibt es unzählige Sondermarkierungen von Wegen. Solange sich nur gelegentlich ein Lehrpfad oder eine Sondermarkierung durch die Landschaft schlängelt, kann es noch übersichtlich bleiben. Mancherorts gibt es aber einen ganz schönen Schilderwald im Wald: kryptische Nummern- und Buchstabencodes, Eichhörnchen, Herzchen, Kringelchen und Tannenbäumchen. Dazu ein Wanderweg der deutschen Einheit, ein E3-Weg, ein Fernwanderweg und ein paar Kurort-Terrainwege. Und dann heißt es: Herr Kartograph, ihre Karte ist aber unübersichtlich. Lehrpfade An die Wanderwegemarken schließen oft Lehrpfade an.
Der Malerweg Der Malerweg ist der Hauptwanderweg des Elbsandstein.
Kein einfacher Fall für den Signographen. Die obere Zeile beginnt mit dem Original-Malerweglogo des Entwurfsverfassers media-service gaens, welches die Ausschreibung des Tourismusverbandes gewonnen hatte. Es folgen zwei übliche Adaptionen, zunächst der Übergang Sandsteinbraun in Schwarz, dann eine Verstärkung. Diese Zeichen zeigen sämtlich Halbtöne, sind also keine echten Glyphen. Die zweite Zeile beginnt mit meinem Erstentwurf, in welchem ich das Originalzeichen zunächst für eine Verwendung als Wegemarkierung und Kartensignatur binärisiert und zugerichtet habe. Es folgt die tatsächlich im Gelände angebrachte Glyphe. Diese habe ich dann auch tatsächlich genutzt, bin damit aber nicht so richtig glücklich geworden. Viel zu spack. Mit etwas Abstand habe ich mich noch einmal an das Logo gesetzt. Herausgekommen sind die in der dritten Zeile gezeigten Glyphen, der sog. „XE-Entwurf“. Derzeit im Test. So viel Arbeit kann so ein kleines Zeichen machen! Steinbruchpfad Der Steinbruchpfad führt von Stadt Wehlen durch die Wehlener und Zeichener Steinbrüche.
Bitte nur für den Steinbruchpfad nutzen. Das Zeichen ist unter Nr. 304390054 als Wort-Bildmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen, Markeninhaber Andreas Bartsch, Dresden.
Sächsischer Weinwanderweg Der Sächsische Weinwanderweg führt von Pirna nach Seußlitz.
Nicht ganz das Originallogo, sondern auch hier eine behutsame kartographische Adaption. Im Originalentwurf ist die Traube noch vierreihig. Das „Sachsen-S“ im oberen Teil sollte eigentlich der Zurichtung ganz zum Opfer fallen. Bei der Feinarbeit hat sich aber herausgestellt, dass eine Erhaltung doch noch möglich ist. Immerhin stehen für den Buchstaben nur 0,9 mm Kegelhöhe zur Verfügung - das sind weniger, als 3 typographische Punkte! Eichgraben Im Zittauer Ortsteil Eichgraben gibt es fünf Eichblatt-Wanderwege. Auch hier war offenbar ein Grafik-Designer am Werk ...
Zittauer Gebirge Skiloipenmarkierungen
Nikolsdorfer Wände In Leupoldishain gibt es drei örtliche Punktwanderwege
Riesengebirge Andreas Stötzner, www.signographie.de, hat mir Wegemarken aus dem Riesengebirge mitgeteilt. Ein Zeichensystem, das von Stötzner kommt, muss etwas besonderes sein. Zeichen, wie von einem anderen Stern und doch seltsam vertraut. Hat erst einmal der zweite Blick diese 10 Graphen verinnerlicht, ist Verlaufen kaum noch möglich - vorausgesetzt, es ist gut markiert ...
Es ist ein Vergnügen, solche feinen Zeichen nachzuschneiden.
Hier spricht der Wegemarken-Unterfeldwebel Man markiert natürlich nicht mit irgendwelchen Farben, die vom letzten Fahrradanstrich noch im Bastelkeller rumstehen. Die handwerklich sauber angebrachte Wegemarke hat eine RAL-Farbe:
Merke außerdem: Wegemarkengröße 100 x 100 mm. Balkenstärke 33 mm. Punktdurchmesser 60 mm. Links hierzu:
Richtlinie Wanderwege Landratsamt Kamenz
Ein typographisches Experiment
Wie definiert man am besten ein Zeichen? System- und programmunabhängig, leicht handhabbar, skalierbar, mit einer Farbdefinition, graphisch exakt und jederzeit mit möglichst beliebiger Software reproduzierbar?
Gute Ideen stecken oft im Detail. SVG ist eine weitverbreitete Internet-Vektorsprache. SVG enthält u. a. mit dem A-Kommando des <path>-Elementes eine ausgezeichnete Möglichkeit zur Beschreibung von Linienzügen. Insbesondere ist hier die endpoint parametrisation von Ellipsenbögen ein sehr praktischer Ansatz, den es in dieser Form bei Truetype, Postscript, AutotCAD, Freehand und OCAD nicht gibt: A 200,300 15 0,0 725,240 heißt: Zeichne einen Ellipsenbogen von der aktuellen Cursorposition nach Punkt 725,240, Ellipsenhalbmesser 200 und 300, Neigung der großen Halbachse 15° und dann gibt es noch zwei Flags, die hier beide Null sind. Damit bekommt man jede kartographische Signatur hin! Dieser Ansatz hat mir so gefallen, dass ich ein kleine Teilmenge der Internet-Vektorsprache SVG nutze, um kartographische Signaturen zu definieren. Die jeweilige SVG-Datei liegt unter den Bildern. Siehe hierzu auch ausführlich meine SVG-Seite.
Anmerkung: Die Farben dieser Seite sind nicht völlig stimmig: Das liegt daran, dass ich die Internet-RGB-Farben 1:1 in CMYK übernehme. RAL im Internet - geht nicht. Runterladen und im Offset drucken, dann stimmts.
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