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Dr. Böhms Praxis für Wanderweg-Heilkunde

Wunderbare Wegezeichen

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Vorhergehendes Symptom: Anaesthetitis

Wunderbare Wegezeichen

Die Entlassung aus Dr. Böhms Wegeklinik steht bevor. Wanderer sind so schön konservativ. Und da wollen wir noch ein wenig in unserer Schatzkiste kramen.

Es muss immer ein wenig die gute, alte Zeit sein. Statt des Holzvollernters das Rückepferd und statt des Rücketraktors der gute alte Holzfäller mit Schrotsäge und Axt.

Irgendwann ist dann die Behandlung vorbei und alles muss gut werden.

Zum Abschluss gibt es einige schöne alte Bilder aus dem schönen alten Wald.

Modernitis

Was für ein wunderbares Wegezeichen.

Modernitis

Okay, die alte Bandschlinge hätte ich vor der Aufnahme abmachen müssen. Dennoch ein schönes Zeichen. Am Sebnitztalweg unterhalb der Kohlmühle. Das alte rote Dreieck. Nach wie vor da. 1982 wurden die Wege ummarkiert, die Farbe mag also vielleicht 1975 aufgebracht worden sein. Aufnahme etwa 2010. Also 30 bis 40 Jahre alt.

Anderes Beispiel: Können die die Punkte nicht mal ordentlich rund malen?

Modernitis

So ein breitgedrücktes Ei? — Nein, nein, wo die Marke aufgebracht worden ist, da haben die die schon ordentlich rund aufgemalt. Das war aber vor langer Zeit. Doch der Baum ist gewachsen und hat die Wegemarke breit gezogen. Und so kündet sie nun vom Alter des Weges, vom Leben des Holzes und von der Kraft der Natur. Ein Wegmarken-Schatz.

Hier ein sehr gut erhaltener handgezeichneter Wegweiser aus der Moritzburger Gegend. Super Farbe, etwa 20 Jahre alt.

Modernitis

Ein Schrift-Schatz.

Augen auf, hingucken! Detail Schelle unten:

Modernitis

Hm, das ist er wieder, der alte Plaste-Mist. Krumm gekloppte Schelle und das Plasteschild dreckig und eingerissen. Und einen Baum weiter hinten hängt der drangenagelte grüne Balken halb runter.

Was waren das früher für wunderbare Holzwegweiser. Ganz zum Schluss – mein Lieblingswegweiser:

Modernitis

Hinter Moritzburg im Friedewald, wo es zum Köckritzteich rüber geht.

Jetzt bitte nicht sagen Das alte Ding, wie das aussieht, runter damit. Das müsste mal neu gemacht werden. Was hat doch der alte Wegweiser in dem Halbjahrhundert da an dem Baum für eine wunderbare Patina angesetzt! Seit 50 Jahren weist der dort den Weg. Da sind die Türme vom Kölner Dom auch nur dreimal älter. Und es ist wieder die wunderbare alte Schrift. Wer mag da über all die Jahrzehnte immer wieder die alten Wegweiser gemalt haben? Was für eine Arbeit. Die Schrift müsste man glatt mal von FontShop digitalisieren lassen.

So ein Plastewegweiser sieht nach 10 Jahren ungefähr so aus:

Modernitis

Das ist doch nix. Gar nix. Da braucht man sich nur mal die krummen Kreuzschlitzschrauben angucken und weiß Bescheid.

Tja, das ist eben der Nachteil der Moderne: Sie kann nicht in Würde altern. Aus sowas wird niemals ein Kölner Dom draus.

Das ist das Zeichen, das Menschen aus aller Welt seit 1000 Jahren den Weg nach Deutschland weist:

Modernitis

Hat da schonmal jemand eine Kreuzschlitzschraube dran rumbaumeln gesehen?

Ach Quatsch – was schreibt der da? Kölner Dom. Was hat denn der mit Wanderwegen zu tun? Schriftmaler – das war früher ein ganz normaler Job. Du meine Güte. Die haben da ewig gepinselt und wären froh gewesen, wenn sie einen Folienplotter gehabt hätten. Wegweiser aus Polykarbonyl-Verbundwerkstoff gehen viel schneller und sind viel billiger. Und wenn die vergammelt sind, dann werden die einfach weggeschmissen und man macht neue dran.

Aha. Patient wird frech. Offenbar wieder gesund.

Nun aber raus aus dem Krankenhaus. Denkt ihr denn, die Krankenkasse bezahlt das?

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22.03.2012
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