Günthers-Börnel-Weg
Man kommt wieder durch
Weg: Günthers-Börnel-Weg
Startpunkt Gesamtwanderung: Nasser Grund
Gesamtlänge: 0,3 km
Gesamtdauer: 1/4 Stunden
Beginn Wildnis: Nasser Grund
Ende Wildnis: Günthers Börnel
Länge Wildnis: 0,3 km
Schwierigkeit Wildnis: W2 – Leichtes Hinderniswandern
Der alte Zugang zu Günthers Börnel ging, aus dem Nassen Grund kommend, etwas südlich am Hang entlang. Allerdings hat den der Borkenkäfer in seinem Mittelteil völlig verhauen. Damit gibt es nun keinen Weg mehr, der zu Günthers Börnel führt. Ob es die alte Quelle überhaupt noch gibt?
Das Freischneiden der alten Weglinie gebe ich schnell auf. Mächtige 60-Zentimeter-Stämme liegen auf dem Weg (dort, wo in der Karte die roten Kreuzchen sind). Querlieger, Längslieger, Kreuzlieger und die auch mehrfach übereinander getürmt. Da ist wirklich nichts mehr zu machen. Doch eine kleine Pfadspur führte auch früher schon direkt in der Tallinie der Quellmulde zur Quelle hoch. Vielleicht ist es möglich, diese wieder gangbar zu machen?
Los gehts.
Zunächst gilt es, an Höhenpunkt 196 den Einstieg zu finden. Das ist direkt hier. Dort wo der Reitsteig nach links abzweigt und der Jordan nach vorn halblinks, muss man rechts hinein ins Farn.
Ende Juni ist Adlerfarnzeit. Auch wenn der Weg zunächst zwar theoretisch gut gehbar ist, so ist doch die Orientierung ein Problem. In dem übermannshohen Farn ist der Weg kaum zu erahnen. Wenn man ihn jedoch einmal aufgefunden hat, kommt man gut durch. Man kommt sich vor, wie im Karbon vor 320 Millionen Jahren.
Allmählich lichtet sich der Steinkohlenurwald. Hier geht es hoch ...
Wunderschöne Wildnis in der Tallinie ...
Langsam wird es schwer. Dickicht freischneiden, Stämme ausigeln:
Dann kommt ein fürchterlicher Schräglieger von 40 cm Durchmesser. Zum Untertunneln zu flach, Übersteigen geht auch nicht, weil da noch ein anderer Stamm oben quer liegt. Das hilft nun alles nichts: Der Schräglieger muss raus.
Zu allem Überfluss liegt der auch noch spannungsfrei. Du sägst und sägst bis zur letzten Faser. Danach kannst du die Säge ganz locker rausnehmen. Der Stamm liegt da, als ob nichts geschehen wäre, bloß dass er jetzt einen Millimeter Luft in seiner Mitte hat. Wozu habe ich den denn eigentlich gerade durchgesägt?
Also: Das Ganze nochmal von vorn. Zweiter Sägeschnitt.
Uff, geschafft!
Damit ist der gesamte Weg wieder einigermaßen gangbar. Nur noch wenige Dutzend Meter sind es bis zu Günthers Börnel.
Leider ist die Quelle versiegt. Günthers Börnel wurde letzmalig von Günther Kaßner und seiner Truppe (Namensgleichheit rein zufällig) um 1980 in Stand gesetzt. Vorn rechts sieht man noch Reste von den Eisen, aus denen Günther eine Bank gebaut hat.
Um von Günthers Börnel wieder zurück ins Tal zu kommen, nicht dem alten Weg (rechtshaltend) folgen, sondern gerade in der Tallinie direkt hinunter gehen. Der alte Weg sieht zwar zunächst durchaus gangbar aus, endet aber nach einem kleinen Stück in dem unüberwindlichen Borkenkäfermikado.
Insgesamt hat Günther Kaßner damals acht Quellen neu gefasst:
Alle Quellen, außer der Marienquelle sind mittlerweise versiegt oder fast versiegt
und müssten eigentlich wieder einmal neu gefasst werden.
Ein bisschen von meiner Günthers-Börnel-Sägerei kann man sich auch in dem Filmbeitrag „Nationalparks, Brandherde und Naturparadiese?“ von Bettina Wobst, ARTE, 16.06.2024, 19:40 Uhr ansehen. Dort säge ich in der alten Weglinie oben am Hang, was sich dann allerdings als undurchführbar erwiesen hat.
27.06.2026 – das war der Tag mit den 41 °C Hitze – früh ab 5:00 Uhr: dritter und letzter Freischnitteinsatz.
29.06.2025 Initial.
01.07.2025 Kaßners Quellen hinzugefügt.
03.07.2025 Es ist der Jordan und nicht der Jortan. Ich bedanke mich bei Uli Augst für den Hinweis.