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Kartenprojektionen - Pseudozylindrische Projektionen
Pseudozylindriche Projektionen sine unechte Zylinderprojektionen, bei denen die Meridiane auch gekrümmte (und geknickte) Formen annehmen können. Die Parallelkreise sind aber gerade Linien. „Pseudocylindricals“ eignen sich insbesondere für Abbildungen der gesamten Erdoberfläche. Es gibt eine große Vielfalt von Varianten, die sich allerdings teilweise nur ganz geringfügig unterscheiden. Gerald I. Evenden führt in seiner Comprehensive Library 2004 insgesamt 46 Vertreter auf. 26.02.2006: Inzwischen liegt der Evenden in seiner 2005er Auflage mit einer geänderten Numerierung vor; die angegebenen Nummern betreffen unbezeichnet Evenden 2004, als Evenden (2005) bezeichnet 2005. Wichtige Pseudozylinder sind das Netz des Apianus, der Mercator-Sanson-Entwurf, der Mollweidesche Entwurf, die Wagnerschen Entwürfe I bis VI und die Robinson-Projektion. Siehe diese auf den Seiten Von Apian bis Winkel und Wagners Weltkartennetze.
Pseudozylindrische Low Error-Netze von F. Canters
Canters Pseudozylinder sind nur eine ganz kleine Untermenge der Entwicklungen von Prof. Canters und stehen auf einer Extra-Seite, die ausschließlich Canters-Projektionen zeigt.
Eckerts Erdkartennetze
Max Eckert, mit seinem zweibändigem Werk „Die Kartenwissenschaft“ einer der Begründer der modernen wissenschaftlichen Kartographie, hat 6 Kartennetzentwürfe entworfen und veröffentlicht. Hier einmal sämtliche Eckert-Entwürfe, auch die selten zitierten Entwürfe I und II mit den ungewöhnlichen Meridianen in Trapezform und dem späteren „Eckert-Greiffendorf“:
[Evenden: 6.2.21]
[Evenden: 6.2.22]
[Wagner: 23a, Evenden: 6.2.13]
[Wagner: 23b, Evenden: 6.2.10]
[Wagner: 22a, Evenden: 6.2.3]
[Wagner: 22b, Evenden 6.2.1 (2.)] Den „Eckert-Greiffendorf“ hat Max Eckert 1935 entwickelt. Zur Unterscheidung des Entwurfs von seinen 6 früheren Entwicklungen trifft es sich ganz gut, dass Eckert in seinen späteren Lebensjahren den Namenszusatz „Greiffendorf“ angenommen hatte.
(Anmerkung: Das Netz hat ganz leicht durchgebogene Parallelkeise und gehört deswegen genau genommen gar nicht hier auf die Pseudozylinder-Seite.) Das Grab Max Eckert-Greiffendorfs befindet sich übrigens auf dem evangelischen Friedhof in Löbau.
Zwei wiederentdeckte Wagnernetze, die Eckert annähern
Den Eckert IV konstituiert eine transzendente Gleichung, deren Nullstellen nur iterativ gefunden werden können. Hier schlägt Wagner 2 Alternativformeln vor, die algebraisch auflösbar sind. Wagner hat diesen Schöpfungen keinen Namen gegeben, weshalb wir sie behelfsweise als Y1 und Y2 eingliedern. Ein seltener und schöner Jagderfolg. [Eckert IV:] Wagner Y1
Der Wagner Y1 versucht den Eckert möglichst authentisch zu adaptieren.
[Wagner 1949 S. 222 oben] [Eckert IV:] Wagner Y2
Der Wagner Y2 hingegen gestattet es, zwei Parallelkreise längentreu abzubilden. Hier ein Beispiel mit längentreuen 45°-Parallelkreisen:
[Wagner 1949 S. 222 oben]
Eckert-Furuti
Ein Grund, warum sich der Eckert VI nie so richtig durchsetzen konnte, war die recht „spitze“ Sinuskurven-Außenform. 1992 veröffentlichte Carlos A. Furuti eine Eckert-VI-Weiterentwicklung, bei der die Meridiane keine vollen (180°-)Sinuskurven sind, sondern lediglich (auf 57,29577951°/90°) reduzierte Sinusbogenstücke. Das führt zu einer gefälligeren Außenform. (Furuti: Uma Projeção Cartográfica Equivalente.)
The Eckert meridian curves are full (180°) sine curves and near the equator very „sharp“.
The Eckert-Furuti meridian images doesn't have a (full) half sine phase, he reduces it on 57,29°/90° and the result is a
better earth outline shape. Here its (non publicated) inversion:
Pseudozylindrische Netzentwürfe von Kavraiskiy
Kavraiskiy V
[Evenden 2004: 6.2.24] Kavraiskiy VI
(Identisch mit dem Wagner I)
[Evenden 2004: 6.2.4)] Kavraiskiy VII
[Evenden 2004: 6.2.7]
Pseudozylindrische Netze von McBryde-Thomas
McBryde-Thomas-Entwurf mit Pollinie und sinusoidalen Meridianen
(McBryde-Thomas Flat-Polar Sinusoidal)
Ähnlich Eckert VI. [Evenden: 6.2.1 (3.)] McBryde-Thomas-Entwurf mit Pollinie und parabolischen Meridianen
(McBryde-Thomas Flat-Polar Parabolic)
[Evenden 2004: 6.2.19, Evenden 2005: 5.2.25] McBryde-Thomas-Entwurf mit Pollinie und quartischen Meridianen
(McBryde-Thomas Flat-Polar Quartic)
[Evenden 2005: 5.2.27] McBryde-Thomas-Sinusentwurf Nr. 1 mit Pollinie
(McBryde-Thomas Flat-Polar Sine No. 1)
[Evenden 2005: 5.2.26] McBryde-Thomas-Sinusentwurf mit Pol als Punkt
(McBryde-Thomas Sine)
Das „Sine“ bezieht sich auf die Parallelkreisfunktion, nicht auf die Meridianform. [Evenden: 6.2.23 (3.)]
Putnins: 12 Kartennetze aus Litauen
Hinter den 12 Putnins-Netzen steckt System. Es gibt immer eine Hauptvariante mit dem Pol als Punkt und eine Apostroph-Variante mit Pollinie.
[Evenden 2005: 5.2.7]
[Evenden 2005: 5.2.7]
[Evenden 2005: 5.2.18]
[Evenden 2005: 5.2.14] Der Putnins P'2 entspricht dem Wagner IV.
[Evenden 2005: 5.2.19]
[Evenden 2005: 5.2.19]
[Evenden 2005: 5.2.17] Der Putnins P4 entspricht dem Craster.
[Evenden 2005: 5.2.20] Der P'4 ähnelt dem Werenskiold I.
[Evenden 2005: 5.2.21]
[Evenden 2005: 5.2.21]
[Evenden 2005: 5.2.21]
[Evenden 2005: 5.2.21]
Tobler Foucaut 1862
Toblers hat in seinem Aufsatz „The Hyperelliptical and Other New Pseudo Cylindrical Equal Area Map Projections“ eine Reihe von flächentreuen Pseudozylindern unter „Hyperellipticals“ gleichsam zusammengefasst und generalisiert. Fig. 1. (des Aufsatzes) zeigt einen Foucaut aus dem Jahr 1862 (nicht mit den Foucaut der Evendenschen Sine-Tangent-Series zu verwechseln), Fig. 2 den Nell-Hammer, Fig. 3 den Tobler G1. [Tobler 1973: The Hyperelliptical and Other New Pseudo Cylindrical Equal Area Map Projections. Journal of Geophys. Research, Vol. 78, No. 11, Apr. 10, 1973] Tobler G1
[Evenden 2005: 5.2.50] Tobler Polycylindrical (1986) Fig. 5/1
[1986: Polycylindrical Map Projections. The Americal Cartographer, Vol. 13, No. 2, pp. 117-120, Figure 5/1] Tobler Polycylindrical (1986) Fig. 5/2
[1986: Polycylindrical Map Projections. The Americal Cartographer, Vol. 13, No. 2, pp. 117-120, Figure 5/2]
2 Pseudozylinder von Urmayev
Urmayevs sinusoidaler Entwurf mit Pollinie
Die Pollinienlänge ist einstellbar und beträgt in der Abbildung 40 % der Äquatorlänge. [Evenden: 6.2.2] Urmayev V
[Evenden 2005: 5.2.36]
Werenskiolds Kartennetze
Werendskiold Pseudozylinder gehören zu den klassischen Polliniennetzen, die in großer Anzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden. Sie zeichnen sich durch eine besondere Harmonie aus und wurden deshalb in der Literatur gern zitiert. Werenkiold I
Der Werenskiold I ist mit dem Putnins P'4 identisch.
[Evenden 2005: 5.2.20] Werenkiold II
Der Werenskiold II ähnelt dem Wagner I.
[Evenden 2005: 5.2.4] Werenkiold III
Der Werenskiold III ist ein Verwandter des Wagner IV.
[Evenden 2005: 5.2.14]
Oswald Winkels Pseudozylinder
Winkel I
[Evenden: 6.2.4] Der Winkel I ist weniger verbreitet, als sein berühmter Bruder Winkel III (der Winkel Tripel). Dieser hat allerdings gekrümmte Parallelkreise und ist deswegen kein Pseudozylinder. Winkel II
Der Winkel II, wie sein „Bruder“ Winkel I ein Pseudozylinder, ist der unbekannteste Vertreter aus dem Hause Oswald Winkel. Weil er kaum in Karten noch in Netzentwurfs-Lehrbücher Eingang gefunden hat, hier einmal ein kleines Zitat im Webspace.
Adams Orthembadic
Baranyi IV
Siehe M. Márton: Die kartographische Darstellung der Ozeane in der geänderten Projektion IV. von Baranyi, Kartographische Nachrichten, 3/2006, S. 145ff.
Baranyi-Márton
M. Márton: Die kartographische Darstellung der Ozeane in der geänderten Projektion IV. von Baranyi, Kartographische Nachrichten 3/2006, S. 145ff. Ein speziell für die Abbildung der Ozene geschaffenes Netz. Der Entwurf muss mit einer „Quell-Erd-Plattkarte“, die von -100° bis 300° reicht, gerechnet werden.
Boggs Eumorphic
[Evenden 2005: 5.2.28]
Bromley
[Evenden 2005: 5.2.14]
Craster
[Evenden 2005: 5.2.17]
Denoyer
[Evenden 2005 5.2.32] Érdi-Krausz
[Evenden 2005: 5.2.41]
Fahey
[Evenden 2004: 6.2.33] Foucaut
Ein „Tangent series“-Entwurf. [Evenden 2004: 6.2.23 (1.)] Foucaut Sinusoidal
Ein gewichtetes Mittel aus abstandstreuem Zylinderentwurf (quadratischer Plattkarte) und Mercator-Sanson. Es handelt sich im Prinzip um den Tobler-Foucaut (1862), allerdings ist bei jenem das Mischungsverhältnis mit 50:50 fest und hier variabel. Hier einmal eine Mischung mit 75 % Mercator-Sanson
[Evenden 2005: 5.2.13] Fourtier II
[Evenden 2005: 5.2.48] Ginzburg VIII
[Evenden 2005: 5.2.34] Hatano
[Evenden 2004: 6.2.12] Hölzel
[Evenden 2005: 5.2.15] Loxodromentreuer Entwurf
Alle Loxodromen, die durch den Kartenmittelpunkt gehen (In der Abbildung 45° N) werden (wie in der Merkatorprojektion) als Geraden abgebildet, zusätzlich aber auch noch längentreu. Loxodromen sind Linien, die alle Parallelkreise unter demselben Winkel schneiden. Auf der Erdoberfläche handelt es sich um logarithmische Spiralen um die Pole.[Evenden: 6.2.33] [Evenden 2005: 5.2.35]
Mollweide Equidistant
[Evenden 2005: 5.2.38]
Nell
[Evenden 2004: 6.2.27]
Nell-Hammer
[Evenden 2005: 5.2.30]
Oxford Atlas
[Evenden 2005: 5.2.46]
Quartic Authalic
[Evenden 2004: 6.2.23 (2.)]
Semiconformal
[Evenden 2005: 5.2.40]
Snyder Minimum Error
[Evenden 2005: 5.2.42]
Times Atlas
[Evenden 2005: 5.2.46]
Assemblerprogramme:
Canters Low Error Pseudocylindric I (Direktprogramm)
Eckert I
Kavraiskiy V McBryde-Thomas-Entwurf mit parabolischen Meridianen und Pollinie McBryde-Thomas-Entwurf mit quartischen Meridianen und Pollinie (Direktprogramnm) McBryde-Thomas-Sinusentwurf Nr. 1 mit Pollinie (Direktprogramm) McBryde-Thomas-Sinusentwurf mit Pol als Punkt
Putnins P1 (Direktprogramm)
Tobler Foucaut 1862 (Direktprogramm)
Urmayevs sinusoidaler Entwurf mit Pollinie
Werenskiold I (Direktprogramm)
Adams Orthembadic (Direktprogramm) |