Rettung in der Wildnis

Rettungseinsätze im Nationalpark Sächsische Schweiz

Wildnis

Über 30 Jahre schon entwickelt sich der Nationalpark Sächsische Schweiz zu einer Wildnis. Wildnis gilt als Märchenwald, als wunderschöner Urwald, Hort der Urkraft der Natur, des Glückes und der Erlösung von den Sünden der Zivilisation.

Der Sebnitzer Landschaftspfleger Matthias Roitzsch ist schon in vielen Nationalparks der Welt unterwegs gewesen. Seine Urteil lautet: Wildnis ist menschenfeindlich, unwegsam und lebensgefährlich.

Es könnte sein, er hat recht.


02.10.2026

Am Freitag, dem 02.10.2026 gab es einen dramatischen Bergwachteinsatz. Ein 20-jähriger Wanderer aus einer Wandergruppe aus Leipzig war nach Einbruch der Dunkelheit über eine Felswand 90 Meter tief abgestürzt. Der Unglücksort lag in den Affensteinen, Nähe Hentzschelturm. Der junge Mann konnte noch um Hilfe rufen. Seine 6 Begleiter alarmierten um ca. 22 Uhr die Bergwacht. 12 Bergretter rückten aus – von oben über den Winterberg, von unten über den Königsweg. Allerdings ist das Gelände unter den Wänden, wo der Verletzte lag, durch Borkenkäfermikado und Fichtendickicht völlig undurchdringlich geworden. Auch ein Hubschraubereinsatz war witterungsbedingt nicht möglich. Darum wurden nun auch die Feuerwehren Bad Schandau und Porschdorf alarmiert, 16 Einsatzkräfte begannen mit Motorsägen einen Zugangsweg freizusägen. Dabei stellte sich allerdings heraus, dass auch ein Abtransport des Verletzten durch das Gelände unterhalb der Wände nicht möglich war. Deshalb wurde er über die Felswand über 90 Meter nach oben gezogen. Gegen 3 Uhr konnte der Abtransport mit dem RTW über den Winterberg in die Klinik erfolgen. Die 6 Mitwanderer der Gruppe wurden durch das Kriseninterventionsteam (PSNV) betreut. Die Einsatzkräfte mussten noch bis 4 Uhr die Unfallstelle beräumen, erst dann war der Einsatz beendet (Bergwacht, SZ Pirna, 08.10.2026).

Karte Unfall Hentschelturm

Ein Blick in die Karte zeigt, dass es nur 100 Meter vom gut begehbaren Königsweg bis zu der Absturzstelle sind. Normalerweise sind 100 Meter in der Natur keine große Entfernung. Doch um diese 100 Meter zu überwinden (außerdem etwa 500 m Königsweg), haben 28 Einsatzkräfte 5 Stunden benötigt.

Der Einsatz endete relativ glücklich. Der junge Mann hat mehrere Schutzengel gehabt. Trotz des ca. 90 Meter tiefen Absturzes, davon 70 Meter im freien Fall, anschließend 20 Meter den Abhang hinunter, war er wach und ansprechbar. Er hat mehrere Knochenbrüche, Prellungen und eine Kopfplatzwunde erlitten.


31.03.2024

Großeinsatz am Ostersonntag 2024. In den Mittagsstunden des 31.03.2024 verschwand ein 5-jähriger Junge bei einer Wanderung; er war an einer Wegbiegung des Knotenweges bei Rathen plötzlich abgebogen und aus dem Blickfeld seiner Eltern geraten. Nach einer halben Stunde vergeblicher Suche alarmierten die Eltern die Polizei. Es kam zu einem Großeinsatz von Polizei, Nationalpark-Rangern, Bergrettern, Rotem Kreuz, Wasserschutzpolizei, u. a. mit Hubschrauber und Drohnen. Die Suche endete glücklich. Nach 9 Stunden wurde der Junge in den späten Abendstunden „etwas unterkühlt und mit einigen Blessuren“ weitgehend wohlbehalten von Personensuchhündin Blair aus Leipzig aufgespürt und den Eltern übergeben. Die Rettung sorgte deutschlandweit für Aufmerksamkeit in den Medien.

Karte Jonas Ostersonntag 2024

 

06.10.2026 Inital
08.10.2026 Ausgefeilt
09.10.2026 Artikel SZ, noch 2 Kartenausschnitte

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